Wann ich des Morgens früh aufsteh (mein Buhlen)

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Wann ich des Morgens früh aufsteh (mein Buhlen)

Wann ich des Morgens früh aufsteh
Zu meinen, lieben Buhlen ich geh
So kommt mein Herzlieb und wünscht mir ein guten Morgen

Ein guter Morgen ist bald dahin
Ich wünsch meim Buhlen ein steten Sinn
Ein steten Sinn, darzu ein freies Gemüte.

Hätt ich ein Buhlen als Mancher hat
Ich wollt ihm aufbinden sein gelbes Haar
Sein gelbes Haar mit eitelbrauner Seiden

Ich wollts ihm aufbinden in rotes Gold
Ich bin meim Buhlen von Herzen hold
Von Herzen hold, ich könnt ihr nit holder werden.

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 466b)
Vergleiche auch Nr. 466a

„Unser Lied stammt aus dem 15. Jahrhundert, da schon G. Isaak es bearbeitete. Ein Wintermorgen junger glücklicher Eheleute ist in dem kurzen Texte vorher besungen. In dem längern hier wünscht ein Jüngling erst das Eheglück herbei.“ (Böhme im Liederhort)

Geschichte dieses Liedes:


Liederthema:
Liederzeit: (1544)

Anmerkungen zu "Wann ich des Morgens früh aufsteh (mein Buhlen)"

Eine weltliche Gegendichtung von 10 Strophen auf einem fliegenden Blatt, Nürnberg, Hans Guldenmundt (Weimarer Jahrbuch 4, 428) beginnt:

Wenn ich des Morgens früh aufsteh
Alsbald ich in mein Armut geh
Unglück, Elend schlägt mir unter mein Augen.

Vermutlich hat unserm: Texte auch eine Durweise angehört, die im Locheimer Ldb. (1452), Arnold’s Ausg., S. 157, zu finden ist. Ihre Überschrift „Stüblein“ führte mich darauf und die Musik passt zum Versmaß des deutschen Textes. Ihr ist dort ein lateinischer Text „Virginalis flos veneralis“ aufgezwungen.  (Böhme)

Heidelberger Handschrift 343, Blatt 139 (zw. 1520—50); Frankfurter. Liederbuch., 1582 und 84, Nr. 37; Ambraser Liederbuch 32; Uhland, S. 89; Wunderhorn. 3, 71 (n. A. 72) = Ott 1544; Antwerpener Liederbuch,, 1544, Nr. 10. — Diese Melodie bezeugt, daß äolische Tonart vorliegt und die Septe („es“ in vorangehender Melodie) berechtigt ist.

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