Ich hab mir ein steten Buhlen zwar (1566)

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Ich Hab mir ein steten Buhlen zwar
Drei Viertel und ein ganzes Jahr
Bin ich ihm hold gewesen
Ich bin ihm hold vom Grund meins Herzen
Ich darf nit fröhlich mit ihm scherzen
Ich fürcht man wird es innen

Und wenn ich vor mein feins Lieb geh
So gschicht mir in meinem Herzen weh
Daß ich sein Lieb muß meiden
Daß ich sein Lieb muß heimlich tragen
Das will ich dir in Treuen klagen
Wie kanns mein Herz ertragen?

Ich trag ein Ring an meiner Hand
Ich gab ihn nit um das ganze Land
Er kommt mir von großer Güte
Der Ring der hat ein braunen Stein
Es weiß Niemand wann ich und du allei
Er erfreut mir mein Gemüte.

Und wenn du weder Sammt noch Seide trägst an.
So will ich dirs nit entgelten lan:
Du bist meins Herzen ein Ziere,
Du bist meins Herzen ein höchster Hort.
Sprichst du zu mir ein freundlich Wort,
So tröst du mich in meinen Nöten.

Ei wer ist der uns das Liedlein sang?
Ein schöne Jungfrau ist sie genannt
Sie hats so frei gesungen
Sie hats von ihrem Buhlen gemacht
Sie spricht: alde zu guter Nacht
Schier will ich wiederkommen.

Text und Musik: Verfasser unbekannt
ohne Melodie in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 402 „Treue des Mädchens)

Liederthema:
Liederzeit: (1566)
Schlagwort: |

Anmerkungen zu "Ich hab mir ein steten Buhlen zwar"

Erklärung:  1, 1 „zwar“ bedeutet hier «zu wahren“, d, h. gewiß, sicher.

Fl. Bl. Augsburg durch Mattheum Francken, um 1566. Strophenbau und Inhalt verwandt mit vorangehendem Liede. – Uhland Nr. 61 , Vilmar S. 199). Melodie nicht gekannt.

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