Es gingen drei Gespielen

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Es gingen drei Gespielen

Es gingen drei Gespielen gut
spazieren in den Wald
sie gingen alle drei barfuß
der Hagel und Schnee war kalt

Die ein´ die weinte sehre
die andre war wohlgemut
die dritte begann zu fragen
was heimliche Liebe tut

„Was habt ihr mich zu fragen
was heimliche Liebe tut?
Es haben drei Reitersknechte geschlagen
mein Lieb zu Tod.“

„Haben drei Reitersknechte geschlagen
dein Lieb zu Tod
ein andres sollst du dir kiesen
und tragen frohen Mut.“

„Sollt ich ein ander kiesen
das tät meinem Herzen weh
ade, mein Vater und Mutter
ihr seht mich nimmermeh

Ade, mein Vater und Mutter
und mein jüngstes Schwesterlein
Will gehen zur grünen Linde
dort liegt der Liebste mein.“

Text und Musik: Verfasser unbekannt , um 1539
Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 477a)
u.a. in: — Deutsches Lautenlied (1914) —

Anmerkungen zu "Es gingen drei Gespielen"

Der Text im Antwerpner Liederbuch 1544 Nr. 80. daher Hoffmann, niederländische Volkslieder Nr. 118. „Het ghingen drie ghespeelkens goet“. Übersetzung von Böhme. Fast wörtlich gleich eine Übersetzung bei Uhland, 3, 408. Melodie dazu steht im Antwerpener geistl. Gesangbuch von 1539. (Een devot en profit boecxken) Nr. 156 mit der oben über der Melodie stehenden Überschrift. — Reitersknechte erklärt Hoffmann durch Landsknechte.

Das Lied mag im 16. Jahrhundert auch in Deutschland gesungen worden sein. Als Tonangabe wird es im Bonner Gesangbüchlein um 1570 angeführt „Es giengen drei Jungfrauen durch einen grünen Wald“.

Andere Tonangaben bei Uhland 3, 409 und 490 angeführt, beziehen sich auf ein ähnlich anhebendes Lied, das aber andern Versbau und andern Inhalt hat: handelt von zwei Gespielen, die um den Besitz des Liebsten sich streiten. — Die weiteren Angaben von Böhme zu diesem Lied im Liederhort sind wohl irrtümlich!

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