Es waren zwei Gespielen

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Es waren zwei Gespielen
die gingen beide spazieren
die eine führt ein frischen Mut
die andere weint so sehre

„Ach Gespiele, liebste Gespiele mein
was weinest du so sehre?
Weinst du um deines Vaters Gut
oder weinst du um deine Ehre?“

„Ich wein nicht um meines Vaters Gut
wein auch nicht um meine Ehre
wir beide, wir haben ein Knaben lieb
draus können wir uns nicht teilen.“

„Ach Gespiele, liebste Gespiele mein
laß mir den Knaben alleine!
Ich will dir meinen Bruder geben
und Vaters Gut zu Teile!“

„Ei, deinen Bruder mag ich nicht
noch Vaters Gut zum Teile
Ich will nicht  Silber und rotes Gold
will meinen Schatz alleine!“

Der Knab wohl hinter der Linde stand
und hört der Red ein Ende:
„Ach großer Gott vom Himmel herab
Zu welcher soll ich mich wenden?

Wend ich mich zu der Reichen
So weinet meinesgleichen
wenn ich mich zu der Armen
da geht’s, daß Gott erbarme!

Und wenn die Reiche einen Taler hat
so verzehrt sie ihn alleine
und wenn die Arme einen Groschen hat
so tut sie ihn mit mir teilen

So will ich die Reiche fahren lahn
und mich zur Armen kehren
wir beide sind noch jung und stark
wir werdn uns schon ernähren!“

aus dem niederländischen , zuerst erwähnt im Antwerpener Liederbuch von 1544
in Deutscher Liederhort (1856) – die Melodie mündlich überliefert aus Schlesien , Liegnitz , Breslau …
Ludwig Erk merkt zum Text im Deutschen Liederhort folgendes an:
1:  Es saßen zwei Gespielchen auf einer grünen Wiese — 1,3:  die eine die war sehr freudenvoll — die eine ging ganz fröhlich hin —  5,3:  Ich wollt nicht nehmen Silber und Gold,  daß ich den Knabn sollt lassen —  7,2:  so weint die Arm zugleiche —  so ist die Arm eine Leiche — 8.3:  Groß Geld und Gut verzehrt man bald,  dann hat die Lieb ein Ende

Liederthema: ,
Liederzeit: (1544)

Region: , ,