Ob´s stürmt oder schneit (Panzerlied)

Soldatenlieder | | 1935

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Ob´s stürmt oder schneit,
Ob die Sonne uns lacht,
Der Tag glühend heiß
Oder eiskalt die Nacht.
Bestaubt sind die Gesichter,
Doch froh ist unser Sinn,
Ist unser Sinn;
Es braust unser Panzer
Im Sturmwind dahin.

Mit donnernden Motoren,
Geschwind wie der Blitz,
Dem Feinde entgegen,
Im Panzer geschützt.
Voraus den Kameraden,
Im Kampf steh’n wir allein,
Steh’n wir allein,
So stoßen wir tief
In die feindlichen Reihn.

Wenn vor uns ein feindliches
Heer dann erscheint,
Wird Vollgas gegeben
Und ran an den Feind!
Was gilt denn unser Leben
Für unsres Reiches Heer?
Ja Reiches Heer?
Für Deutschland zu sterben
Ist uns höchste Ehr.

Mit Sperren und Minen
Hält der Gegner uns auf,
Wir lachen darüber
Und fahren nicht drauf.
Und droh’n vor uns Geschütze,
Versteckt im gelben Sand,
Im gelben Sand,
Wir suchen uns Wege,
Die keiner sonst fand.

Und läßt uns im Stich
Einst das treulose Glück,
Und kehren wir nicht mehr
Zur Heimat zurück,
Trifft uns die Todeskugel,
Ruft uns das Schicksal ab,
Ja Schicksal ab,
Dann wird uns der Panzer
Ein ehernes Grab.

Text: von Oblt. Kurt Wiehle am 28. Juni 1935 auf dem Transport seines Panzerregiments 1 nach Königsbrück verfaßt – 1935 war das Aufstellungsjahr der Panzertruppe. Als Vorlage diente ihm das faschistische Lied der SS: “Es steht an der Ostsee / die eiserne Schar / die Kämpfer für Freiheit aus Judengefahr” (“SS-Liederbuch”, herausgegeben vom “Rasse- und Siedlungsamt”. )
Musik: Angeblich nach einem sentimentalen Schlager aus dem 19. Jahrhundert: “Weit über die Klippen” (Luiska-Lied) bzw. “Hoch über den Klippen”. Dies ist aber vermutlich eine falsche Information, die seit 1939 ständig wiederholt wird:

“In Anlehnung an eine dümmliche Anekdote aus “Köhlers illustriertem Heereskalender” von 1939 wird im Liederbuch der Bundeswehr behauptet, die Melodie des “Panzer-Lieds” sei aus dem “Luiska-Lied”, einer alten Matrosenweise entstanden. Das ist nicht wahr. Der Musikwissenschaftler Frommann fertigte eine Analyse der musikalischen Parameter (Vergleich der Versformen, rhythmischen und melodischen Perioden, Harmoniefolgen) der beiden Kompositionen an. Das Ergebnis: “Nicht eine substanzielle Übereinstimmung.” Der Schulmusiker a. D. machte sich auf die Suche nach der wahren Ursprungsmelodie des “Panzer-Lieds” und fand sie im “SS-Liederbuch”, herausgegeben vom “Rasse- und Siedlungsamt”. Die Melodie entstammt dem antisemitischen Kampflied “Es stehet in Deutschland” (“Parole, sie bleibet: Die Juden hinaus!”).” (Quelle)
Dies ist allerdings die gleich Melodie, die hier als Melodie des Luiska-Liedes angegeben ist, allerdings ohne eine Nennung der Quelle.

Hier die Noten aus dem SS-Liederbuch:

Es stehet in Deutschland die eiserne Schar

Normalerweise würde ein solches Lied, daß einzig und allein den Zweck hatte, die männliche Jugend unseres Landes auf einen Angriffskrieg, der am Ende die halbe Welt in Schutt und Asche gelegt hat, einzustimmen, hier gar nicht auftauchen. Allein: es wird noch “benutzt” in unserer Bundeswehr!! (” Volks- und Soldatenlieder “, Bayerischer Soldatenbund, 2002) . Noch 2009 brachte die CDU Baden-Württemberg eine Liederbuch heraus, in dem dieses kriegsverherrlichende Propagandalied abgedruckt war.

Das Lied war während der NS-Diktatur unter anderem in folgenden Liederbüchern abgedruckt:
Lieb Vaterland (ca. 1935) — Singen im nskk (1936) — Soldaten, Kameraden (1938) — Liederbuch der Wehrmacht (1939) — Soldatenlieder von Front und Heimat (1940) — Liederbuch des Vll. Korps (1940) — Soldatenliederbuch (1940) –Sturm und Kampflieder (1941) — Unser Hauptmann steigt zu Pferde (1941) — Nothelfer singen (1941) Neues deutsches liederbuch (1942) — Soldaten singen (ca. 1942) — — Unsere soldatenlieder (1942) — Kameradschaft im Lied (Chorbuch für Front und Heimat, 1944)

Es war nach dem Kriege u.a. abgedruckt in: Österreichisches Soldatenliederbuch (1962) — Liederbuch der Bundeswehr (1976 (ohne 3. Strophe) , 1991) — Lied.Gut. der CDU (2009) —

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