Tucholsky (Kurt)

12 Lieder von Tucholsky (Kurt)

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Als der Großvater die Großmutter nahm (Auflage 1922)

Schlager sind Lieder, bestehend aus Musik und Worten, die kaum noch etwas mit ihren Autoren zu tun haben, sondern die aus der Literatur zum Gebrauchsgegenstand des Volkes oder des jeweiligen Volkskreises avanciert oder degradiert sind. Solche Lieder zum sonntäglichen Gebrauch des deutschen Bürgertums aus den Jahren 1740 bis 1840 hat Gustav Wustmann, der Schöpfer des ausgezeichneten Werkes ›Allerhand Sprachdummheiten‹, veranstaltet,

Volksliedbücher | Liederzeit: | 1922


Der Kaiser rief zum Kampf hinaus

Der Kaiser rief zum Kampf hinaus wir ließen Heim und Vaterhaus Kolleg und Arbeit gern im Stich Kling-klang und sing-sang so zieht der Bursch zum Kampfe frisch Kling-klang und sing-sang so zieht ein Bursch hinaus Wir standen oft auf der Mensur nun fechten wir auf Feindesflur ein jeder Streich fürs deutsche Reich Kling-klang und sing-sang die Klinge hat gerostet lang

Soldatenlieder | Studentenlieder | Liederzeit: | 1915


Die deutschen Soldaten sie fahren ins Feld

Die deutschen Soldaten sie fahren ins Feld am Ufer der Landsturm Brückenwacht hält Sie kommen gefahren ein siegmutig Heer Hurra, sie stolz rufen in schimmernder Wehr Es rollt auf den Schienen bei Tag und bei Nacht fahret hin ihr stolzen Krieger zu siegreicher Schlacht Am Himmel stehn leuchtend der Mond und die Stern “Gott schütz unsere Krieger” so fleht er

Lieder zur See | Soldatenlieder | Liederzeit: | | 1914


Manche tanzen manchmal wohl ein Tänzchen (Lied vom Kompromiß)

Manche tanzen manchmal wohl ein Tänzchen immer um den heißen Brei herum, kleine Schweine mit dem Ringelschwänzchen, Bullen mit erschrecklichem Gebrumm. Freundlich schaun die Schwarzen und die Roten, die sich früher feindlich oft bedrohten. Jeder wartet, wer zuerst es wagt, bis der eine zu dem andern sagt: “Schließen wir nen kleinen Kompromiß! Davon hat man keine Kümmernis. Einerseits – und

Freiheitslieder | Politische Lieder | Liederzeit: | 1919


Mutter wozu hast du (Der Graben)

Mutter, wozu hast Du Deinen aufgezogen Hast Dich zwanzig Jahr um ihn gequält? Wozu ist er Dir in Deinen Arm geflogen Und Du hast ihm leise was erzählt? Bis sie ihn Dir weggenommen haben Für den Graben, Mutter, für den Graben Junge, kannst Du noch an Vater denken? Vater nahm Dich oft auf seinen Arm Und er wollt Dir einen

Lieder gegen den Krieg | Liederzeit: | | 1926


Rosen auf den Weg gestreut

Rosen auf den Weg gestreut und des Harms vergessen! Eine kleine Spanne Zeit ward uns zugemessen Heute hüpft, im Frühlingstanz noch der frohe Knabe Morgen weht der Totenkranz schon auf seinem Grabe Wonne führt die junge Braut heute zum Altare Eh die Abendwolke taut ruht sie auf der Bahre Ungewisser, kurzer Dauer ist dies Erdenleben und zur Freude, nicht zur

Trauerlieder | Liederzeit: | | 1776


Stimmt an (Marburger Studentenlied)

Stimmt an mit hellem, hohem Klang stimmt an das Lied der Lieder! Des Vaterlandes Hochgesang das Waldtal hallt ihn wi–hi–der! Der alten Barden Kriegsgericht, dem Kriegsgericht der Treue – wir wissen, du verknackst uns nicht – dir weihn wir uns aufs Neue! Wir fingen fuffzehn von dem Pack, das unser Preußen schädigt. Es war ein schöner Märzentag. Wir haben sie

Lieder der Maerzrevolution 1920 | Liederzeit: , | | 1920


Wann in des Abends letztem Scheine (Lied aus der Ferne)

Wann in des Abends letztem Scheine Dir eine lächelnde Gestalt Am Rasensitz im Eichenhaine Mit Wink und Gruß vorüberwallt: Das ist des Freundes teurer Geist, Der Freud und Frieden dir verheißt Wann bei des Mondes Dämmerlichte Sich deiner Liebe Traum verschönt, Durch Cytisus und Weymutsfichte Melodisches Gesäusel tönt, Und Ahnung dir den Busen hebt: Das ist mein Geist, der dich umschwebt. Fühlst

Liebeslieder | Liederzeit: | 1794


Wenn in des Abends letztem Scheine (Parodie 1932)

Wenn in des Abends letztem Scheine dir eine lächelnde Gestalt am Rasensitz im Eichenhaine mit Wink und Gruß vorüberwallt –: Das ist des Freundes treuer Geist der Freud und Frieden dir verheißt Wenn bei des Vollmonds Dämmerlichte das zagend durch die Zweige sieht durch dunkeln Hain von Tann’ und Fichte ein fauliges Gerüchlein zieht – Das ist, was da so

Politische Lieder | Liederzeit: | | 1932


Wie die Tage so golden verfliegen (Sorrent Berlin, Tucholsky)

Wie die Tage so golden verfliegen wie die Nacht sich so selig verträumt wenn am Abend bechiffonte Ziegen vor der Theke sich wogen und wiegen wo der Sekt Gottbehüte noch schäumt Wo im Schleier – ich danke, Herr Franke junge Nutten den Beifox vollziehn O du schimmernde Blüte der Panke Sei gegrüßt, du mein schönes Berlin Und die Nacht, wenn

Heimatlieder | Liederzeit: | 1920