Lieder gegen den Krieg

Antikriegslieder zu singen, war immer eine mutige Sache, stellte man sich doch gegen die eigene Regierung und ihre Handlungen. Als Soldat gegen den Krieg zu singen und zu dichten und zur Desertation aufzurufen, war mit Gefahr für Leib und Seele verbunden. Unter den deutschen Volkslieder finden sich dennoch eine ganze Reihe von Liedern gegen den Krieg.


Adieu Berlin und deine Gegend

Adieu Berlin und deine Gegend wo´s nichts als lauter Unglück regnet oft manchem Bursch sein Untergang oft manchem Bursch sein Untergang Drei Jahr hat man mich drin geschoren zu einem Soldaten auserkoren da heißt es: Du mußt Schildwach stehn Des Abends wird gekommandieret früh morgens wird geexerzieret wohl vor des Kapitäns Quartier Von da marschiert man auf Parade da muß

Liederzeit: , | 1810


Brot und Frieden hätt ich gern

Brot und Frieden hätt`ich gern, tät es nicht vergessen. Wollt`ich hätte zehn Pfund Brot, mich mal satt zu essen! s´braucht ja nicht geschmiert zu sein, Zukost ist noch ferne; bei des Krieges Schinderei`n hungert man nicht gerne. Noch viel schöner wären zwei Liter Mittagessen, darum füllt vom dicken Brei Sätzchen unbemessen. Daß die Zeit einst üppig war, läßt sich nicht

Liederzeit: | | 1916


Brüder jetzt geht´s in den Krieg

Brüder, Brüder jetzt geht´s in den Krieg wer kann sagen, was da geschieht wer kann den Tag erforschen wer kann den Tag erforschen wenn wir kommen aus dem Krieg Vater, Vater, ich bin euer Sohn Helfet mir mit Geld davon Helft mir mit Gut und Geld daß ich nicht darf ziehn ins Feld daß ich bleibe hier „Ei du mein

Liederzeit: | 1926


Da sag ein jeder was er will (Soldatenklage)

Da sag ein jeder was er will ein junger Soldat muß leiden viel Hitz und Kält muß er ertragen muß sein Gewehr, Tornister tragen und dies und das und noch viel mehr zuletzt gibt er sein Leben her Die Garnison ist ziemlich schlecht sechs Kreuzer sind Soldatenrecht da tun sie nichts als Erbswurst kochen ein wenig Fleisch und ziemlich Knochen

Liederzeit: | 1855


Deutschland Deutschland schwer im Dalles

Deutschland, Deutschland, schwer im Dalles Schwer im Dalles in der Welt Wenn die Marmelad‘ nit alles Brüderlich zusammenhält. Eier, Butter, Wurscht un Schinke Sin nur fir die Reiche da Nur mir arme, arme Schlucker Gucke zu und kreische: hurra! Verfasser: unbekannt – aus Mainz, nach zweijähriger Kriegsdauer ( Soldatenlied?) , 1916 – bei Otto Stückrath , handschrftl. Aufsatz , als

Liederzeit: | 1916


Deutschland Deutschland unter Alles

Deutschland, Deutschland unter Alles Unter Alles in der Welt Alle sind wir falsche Schurken Von der Etsch bis an die Belt Lumpen sind wir alle Lumpen, Tun bloß noch was uns gefällt Stehlen plündern rauben morden Uns veracht die ganze Welt. Deutsche Helden? dass ich lache Wenn es nicht so traurig wär Deutsche Ehre, deutsche Treue Deutsche Männer gibt’s nicht

Liederzeit: , | | 1919


Die Wacht am Rhein das ist der Titel (Parodie)

Die Wacht am Rhein, das ist der Titel des Liedes, das im Schwange geht. Es ist ein ganz probates Mittel für einen, der sonst nichts versteht Darum, bei Mond und Sonnenschein sing ich nur stets die Wacht am Rhein, Die Wi-Wa-Wacht am Rhein, die Wacht am Rhein Soll ich nach Frankreich fortmarschieren zu kämpfen in dem blut´gen Streit? Ich mag

Liederzeit: | 1869


Es dauert nicht immer und ewig allhier Soldat zu sein

Es dauert nicht immer und ewig allhier Soldat zu sein Wir kommen auch wieder nach Hause und schlafen beim Mädchen allein Zu Hause angekommen ins Wirtshaus kehren wir ein und stoßen heissa die Gläser die traurige Zeit ist vorbei Die traurige Zeit ist vorüber wir sind Soldaten nicht mehr wir sind die jungen Reservisten und dienen dem Kaiser nicht mehr

Liederzeit: , | | 1910


Fällst Du im Examen durch armer Aspirante (Massengrab)

Fällst Du im Examen durch, armer Aspirante Wein Dir nicht die Äuglein rot S´ist ja keine Schande Liegst Du erst im Massengrab Ist Dir´s völlig schnuppe Ob Du einen Zug verführt Oder eine Gruppe Gehst Du einst von Libau weg Und bist noch nicht Vize Häng die Nas nicht in den Dreck Geh zu Deiner Mize Liegst Du erst im

Liederzeit: | 1918


Fern der Heimat auf der Wache

Fern der Heimat auf der Wache stehe ich tagaus tagein das Gewehr in meinen Armen einsam bin ich und allein Und ich denk an alte Zeiten an der teuren Eltern Haus die, wo drinnen sein versammelt bei dem süßen Abendschmaus und ich denke an mein Mädchen ach, sie ist mir nicht mehr gut liegt im Arme eines andern weil´s ihr

Liederzeit: , | | 1926




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