Im Dörfchen wo ich leb (Ich küsse nicht)

Ich küsse nicht

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Im Dörfchen wo ich leb
wo hoch die Wonne schwebt
(o wonniglich)
Ich bat um den Genuß
gar oft um einen Kuß
„Ich küsse nicht“ sprach sie
„ich küsse nicht“

Einst fiel beim raschen Tanz
aus ihr`m geflochten Kranz
ein Röschen rot
Ich hob’s von ihrem Fuß
und bat um einen Kuß
„Ich küsse nicht“ sprach sie
„ich küsse nicht“

Die Schleife am Gewand
gab sie im Spiel zum Pfand
was gilt das Pfand?
„Ha!“ rief all, „ein Kuß
ein Kuß sie lösen muß!“
„Ich küsse nicht“ sprach sie
„ich küsse nicht“

An meinem Namenstag
zerfloß in süßer Sprach
ihr Herzenswunsch
Ich bat ums Angebind
um einen Kuß geschwind
„Ich küsse nicht“ sprach sie
„ich küsse nicht“

Wir spielten Schach und Mühl`
o Glück und alle Spiel
gewann ich ja
Kind, zahle mir die Schuld
mit einem Kuß voll Huld
„Ich küsse nicht“ sprach sie
„ich küsse nicht“

Als wir uns sollten trennen
wer mag die Wehmut nennen
das Schicksal rief
schlang sie den Elfenarm
um mich so weich und warm
Da küßte sie, und wie, da küßt‘ ich sie

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Volkslieder von der Mosel und Saar (1896)
Dieses Lied war die Vorlage für „In einem Polenstädtchen

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema:
Liederzeit: (1840)


"Im Dörfchen wo ich leb (Ich küsse nicht)" in diesen Liederbüchern

Deutscher Liederkranz, Osterode-Goslar 1846, S.381 — *Böhme, Volkstümliche Lieder der Deutschen (1895) Nr.434 (‘18.Jh.’ und *um 1840) —  *Köhler-Meier (Mosel und Saar 1896) Nr.106 —  John (sächs. Erzgebirge 1909) Nr.40 — J.Koepp, Deutsche Liederkunde, Bd.1, Potsdam 1939, S.111-113 (In einem Polenstädtchen… *Im Dörfchen, wo ich lebte…) — Meier, Kunstlieder im Volksmunde Nr.468. –