Ach Gott wem soll ich klagen

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Ach Gott, wem soll ich klagen
Das heimlich Leiden mein!
Mein Buhl  ist mir verjaget
Bringt meinem Herzen Pein
Soll ich mich von ihr scheiden
Tut meinem Herzen weh
So schwing ich mich über die Heiden
Du siehst mich nimmer meh´

Wie soll es denn geschehen
Wenn ich von dir nun scheid
Mein Herz möchte mir vergehen
Vor übergroßem Leid
Aus meinen Augen rinnen
Viel Tränen ohne Ruh
Kann Tröstung nicht gewinnen
Und hab nicht Rast noch Ruh

Was kann es mit mir werden
In Trübsal ich vergeh
Da ich auf dieser Erden
So ganz verlassen steh
Ach Tod, nimm her den Bogen
Schieß auf mich ab den Pfeil
Mein Lieb ist mir entzogen
An Freud hab mehr kein Teil

Text und Musik: Verfasser unbekannt aus dem 15. Jahrhundert
Diese Fassung in Deutsches Lautenlied (1914) – siehe auch eine andere Fassung mit anderen Strophen (1884).

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema:
Liederzeit: (1500)

Anmerkungen zu "Ach Gott wem soll ich klagen"

Eine weitere Fassung, die vermutlich später entstand, hat eine andere zweite und dritte Strophe:

Ein Vöglein kam hernieder
und sang wohl für und für
ach Gott wann kehrst du wieder
wann kommst du her zu mir
Das Vöglein regte die Flügel
und hob sich mehr und mehr
dann schwang es sich über die Haide
ich hör es nimmermehr

Ein Blümlein stand im Walde
das war der Augen Freud
ich wollt es pflücken balde
vorbei ist nun die Zeit
Das Blümlein tät verwelken
ein Jäger brachte die Mär
Der Wind geht dort über die Haide
ich seh dich nimmermehr

Diese Fassung (von 1525)  in Liederbuch für die Deutschen in Österreich (1884)

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