Steh ich in finstrer Regennacht
bei Belfort auf der stillen Wacht
so fallen mir Gedanken ein
wie mag es wohl zu Hause sein

Im Stübchen sitzt mein treues Lieb
und liest den Brief, den ich ihr schrieb
Die Mutter sitzt dabei und sinnt
aus ihrem Aug ein Tränlein rinnt

Darauf mein Liebchen tröstend spricht
Lieb Mütterchen, ach gräm dich nicht
Er ist nochh frisch und wohlgemut
weich war sein Herz und stark sein Mut

Dann denk ich wieder weiter nach
wie lang es wohl noch dauern mag
uns wird zwar nicht die Zeit zu lang
es gilt für Frankreichs Untergang

Man weiß es ja wohl überall
Metz ist gefall´n Paris kommt bald
Dann wird der Friede da diktiert
Elsaß-Lothringen annektiert

Und welchem frohen Wiedersehn
in Deutschland wir entgegensehn
Wir bringen ja mit Ruhm und Glück
ein einig großes Deutschland mit

Gedichtet hat dies Liedchen hier
ein braver Festungs-Kanonier
der Belfort mit cernieret hat
als Frankreichs Stolz erniedrigt ward

Text: Verfasser unbekannt – seltsam verfasst, mit den politischen Zielen in Reimform und Liebchen und Mütterchen….
Musik: auf die Melodie von Steh ich in finstrer Mitternacht (Hauff/Silcher)
Ähnlichkeit zu „Argonnerwald um Mitternacht“ , das womöglich durch diese und andere Umbildungen des Liedes von Hauff/Silcher entstand ?
in Neues Liederbuch für Artilleristen (1893)

Zur Geschichte dieses Liedes: ,

Parodien, Versionen und Variationen: „Argonnerwald um Mitternacht“ ist ein Soldatenlied aus dem Ersten Weltkrieg, das nach älteren Liedern entstand. “In Kiautschau um Mitternacht“ wurde auf mit ähnlichem Text und dieser Melodie in der Marine bereits um 1900 gesungen. Durch einen H .v. Gordon wurde dann angeblich 1915 das Argonnerwaldlied als Pionierlied umgetextet und ist in vielen unterschiedlichen Versionen überliefert.