In des Gartens dunkler Laube

In des Gartens dunkler Laube

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In des Gartens dunkler Laube
Saßen beide Hand in Hand
Ritter Ewald mit der Lina
Schlossen beid‘ ein festes Band

Und es blühten alle Hänge
die verbreiten Balsamduft
Und der Nachtigallen Klänge
Schallten lieblich durch die Luft

Herrlich blüht‘ auch der Holunder
Rosenduft war um sie her
Aber Linas Herz war traurig
Und die Tränen flossen schwer

Ewald mußte fort zum Streite
Fürs geliebte Vaterland.
Und er dacht‘ an seine Lina
Wenn der Mond am Himmel stand

Liebe Lina, laß das Weinen
Liebste laß das Weinen sein
Wenn die Rosen wieder blühen,
Werd‘ ich wieder bei dir sein!«

Und kaum war ein Jahr verflossen
Als der Rose Knospe brach,
Schlich sich Ewald in die Laube
Wo zuletzt er Lina sprach.

Doch was fand er statt der Lina?
Eines Grabes Leichenstein!
Und auf Marmor stand geschrieben:
»Lina ist jetzt nicht mehr dein!«

Und er sprach betrübt und traurig:
»Ist denn das der Liebe Lohn?
Ich, dein Ewald, komm‘ gegangen
Und du liegst im Grabe schon.«

Ritter Ewald kniete nieder
Und rief aus mit lauter Stimm‘:
»Teure Lina, kehre wieder!
Dein Geliebter steht vor dir!«

Stille blieb es in der Ferne
Und der Grabstein, groß und schwer
Mit der Inschrift goldner Worte
Gab ihm keine Antwort mehr

Ewald ging ins nahe Kloster,
Legte Schwert und Panzer ab.
Doch kaum war ein Jahr verflossen,
Gruben Mönche ihm sein Grab

Als die Rosen wied’rum blühten
Um ein Grabmal im Spalier,
Stand auf einem Kreuz geschrieben:
»Ewald ruht mit Lina hier.«

Dieses Lied ward euch gesungen
Liebesleute, daß ihr’s wißt,
Wie getreu der Ritter Ewald
Und was wahre Liebe ist.

Text und Musik: Verfasser unbekannt
„Das sehr alte Lied wurde durch den Druck eines fliegenden Blattes um 1840 wieder »modern«. . Diese dreizehn Strophen sind aus verschiedenen Fassungen zusammengestellt, von denen es über ein Dutzend gibt, die noch heute viel an Wringmaschinen und beim Tellerabwaschen nach dieser Melodie oder nach »Ist denn Liebe ein Verbrechen?« und auch nach »Kleine Blumen, kleine Blätter« gesungen werden, aber keine hat mehr als acht oder sieben Strophen. Das Lied, das nach einer Ballade entstand, ist weit verbreitet. Nur heißt der Ritter mal Leopold oder Hugo, mal Edmund oder Edward. Und die Dame Minna, Emma, Anna oder Lydia, Ida, und in Böhmen Wilhelmine. Manchmal ist der Ritter auch ein Leutnant oder nur ein Jäger. Aber am Ende sind immer beide tot.“ ( R. A. Stemmle, Traurig aber wahr (1931))

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema:
Liederzeit: (1840)
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