Flamme empor (Freimaurer-Version, 1914)

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Flamme empor! Flamme empor!
Steige mit loderndem Scheine
Flamme, du herrliche, reine
glühend empor, glühend empor!

Siehe wir steh´n, siehe wir steh´n
treu im geweihten Kreise
dich zu des Bundes Preise
brennen zu seh´n, brennen zu seh´n

Heilige Glut, heilige Glut
rufe die Brüder zusammen,
dass bei den lodernden Flammen,
wachse der Mut, wachse der Mut.

Auf allen Höh´n, auf allen Höh´n
leuchte du flammendes Zeichen
dass alle Feinde erbleichen
wenn sie dich seh´n, wenn sie dich seh´n

Wahrheit sei frei! Wahrheit sei frei!
Flammen umbrausen die Höhen,
die um die Wahrheit stehen,
kämpft, macht sie frei, kämpft macht sie frei!

Stehet vereint! Stehet vereint!
Brüder lasst uns mit Blitzen
Wahrheit und Freiheit beschützen,
gegen den Feind, gegen den Feind.

Leuchtender Schein, leuchtender Schein!
siehe, wir singenden Paare
schwören am Flammenaltare,
Kämpfer zu sein, Kämpfer zu sein.

Höre das Wort! Höre das Wort!
Bund, du, auf Leben und Sterben,
hilf uns die Freiheit erwerben,
sei unser Hort, sei unser Hort.

Text : Originaltext von Christian Nonne – 1814
Musik: auf „Flamme Empor“ von Karl Gläser (1791)

u.a. in: Liederbuch des Freimaurerbund zur aufgehenden Sonne, 1914 — Auf froher Wanderfahrt (ca. 1921) — Lieb Vaterland (1935 – ohne die Strophen „Wahrheit sei frei“ und „Stehet vereint“) – Liederbuch der Bundeswehr (1962, 4 Strophen)

Liederthema:
Liederzeit: vor 1914 : Schlagwort:
Geschichte dieses Liedes:

Zur Geschichte dieses Liedes:

Parodien, Versionen und Variationen:

„Flamme Empor“ ist ein Lied, das der Pfarrer Johann Heinrich Christian Nonne am 18. Oktober 1814, dem Jahrestag der „Völkerschlacht bei Leipzig“ auf die Melodie des etwa 20 Jahre älteren  “Feinde ringsum” schrieb. Das Lied beschwört die Wachfeuer am Rheinufer, die nach dem Sieg gegen die Truppen Napoleons gegen den „Erbfeind“ Frankreich gerichtet waren. Das Lied wurde später immer für Neu-Textungen und Parodien verwendet.

Flamme empor hatte als Vorlage  das Lied “Feinde ringsum!“ von Carl Gottlob Cramer, dessen Text er 1791  in dem Roman  „Hermann von Nordenschild, genannt Unstern“ veröffentlichte. Das Gedicht „Feinde ringsum“ erschien als Anhang und Nachtrag mit einer Notenbeilage, der Komponist war Karl Ludwig Traugott Gläser (1747-1797).

Cramers Lied wurde viel gesungen und findet sich in fast allen Kommers- und Liederbüchern. Nach diesem Lied schrieb der Pfarrer Johann Heinrich Christian Nonne am 18. Oktober 1814, dem Jahrestag der “Völkerschlacht bei Leipzig”, das völkisch pathetische „Flamme empor“, was nun wiederum etlichen germanischen Waffenliedern als Vorbild und Rechtfertigung diente.

Feinde ringsum, so sangen sie schon 1813, 1871 und mehr 1914 und dann 1939 – von Generation zu Generation dieser Verfolgungswahn, der dann zu den furchtbaren Weltkriegen führte. Da schwellen die Knospen, gemeint sind Kinder, um im aufkommenden Weltreich zu sterben – für die “Freiheit” wessen?

„Und bekommt man nun eins dieser Cramerschen Geisteswerke zur Hand so ist in Wahrheit alles so ungeschlacht und täppisch, so knabenmäßig albern, daß man annehmen sollte, es habe kaum der simpelste Dummkopf an solchem Schunde Gefallen finden können. Unbegreiflich erscheint es heute, wie nur einer jener von unserem Autor geschmähten Rezensenten ihm neben seinem Tadel das versüßende Zugeständnis machen konnte, daß Herr Cramer unverkennbar ein natürliches nicht geringes Talent zu Arbeiten dieser Art besitze und wie er zu dem Ausspruch kam, Cramer zeige eine seltene reichhaltige Ader von Dichtungskraft, lebhafte Phantasie, eine unversiegbare Quelle von neuen Compositionen, einen ansehnlichen Schatz von praktischer Lebensweisheit, Hausmoral und Philosophie“. (Bremer Sonntagsblatt: Organ des Künstlervereins, Band 6, 1858)