Das Schiff streicht durch die Wellen

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Das Schiff streicht durch die Wellen

Das Schiff streicht durch die Wellen, Fidelin,
vom Ost die Segel schwellen, Fidelin !
Verschwunden ist der Strand in der Ferne;
o wie gerne wär´ ich noch im Heimatland !
Rosabella Fidelin!

Ihr dunkelblauen Wogen, Fidelin,
wo kommt ihr hergezogen, Fidelin !
kommt ihr von fernem Strand ?
Laßt sie rollen; denn sie sollen
noch zurück zum Heimatland,
Rosabella Fidelin!

Und wenn die Wellen rauschen, Fidelin,
wird sie am Ufer lauschen; Fidelin !
dann eilet hin zu ihr,
sie zu grüßen, sie zu küssen,
sag ihr viel, recht viel von mir,
Rosabella Fidelin!

Mag ich auf  Wellen schwanken, Fidelin,
sind immer die Gedanken, Fidelin
bei dir im Heimatland;
was ich singe, das erklinge
bis hinüber an den Strand,
Rosabella Fidelin!

Wenn wilde Stürme rauschen, Fidelin,
und hoch die Wellen brausen , Fidelin,
dann denk‘ ich nur an dich:
daß mir bliebe deine Liebe,
und kein Sturm erschüttert mich,
Rosabella Fidelin!

Was ich jetzt fern muß singen, Fidelin,
bald soll dir’s näher klingen, Fidelin;
mein‘ Fahrt ist bald vorbei.
Meine Lieder bring‘ ich wieder
und mit ihnen meine Treu‘,
Rosabella Fidelin!

Text: Josef von Brassier (1819) oder aber Guido von Meyer (1819) –
nach dem italienischen Lied „Il pescatore dell´onde“
Musik: G. Batt. Peruchini (Venedig?) oder Volksweise, Komponist unbekannt
-> zur Urheberschaft des deutschen Textes

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema: ,
Liederzeit: (1820)
Region:

Zweite Melodie zu "Das Schiff streicht durch die Wellen"

Zweite Melodie zu
Die Noten im Liederbuch für die Deutschen in Österreich

Dritte Melodie zu "Das Schiff streicht durch die Wellen"

Dritte Melodie zu
Abweichende Singweise (siehe Sternchen)

Anmerkungen zu "Das Schiff streicht durch die Wellen"

Der deutsche Text steht zuerst in „Kriegs- und Volkslieder“ (Stuttgart, Metzler’s Verlag, 1824) mit „Br“ unterzeichnet. Mit der italienischen Melodie steht das Lied zuerst im „Teutschen Liederbuch“ (Passau, P. Ambroß, 1828, S. 99) Schon wenige Jahre darauf sang man das Schifferlied in ganz Deutschland. Zur Verbreitung trug jedenfalls der Umstand bei, dass es bald darauf in die Posse „Der Weltumsegler“ aufgenommen wurde. Noch jetzt [1895] ein sehr beliebtes Lied, das in keinem Taschenliederbuche fehlt. Aus der spielenden Silbe des Refrain „fidelin“, die nichts weiter bedeutet als „tralala“, hat man „fidolin“ sogar zu „Fridolin“ gemacht und ein Schriftgelehrter der Neuzeit meint gar, daß „Fridolin“ wahrscheinlich einen Heiligen bezeichne, den die Schiffer wie die „Santa Lucia“ rufen. Auch für die Schulkinder hat man dieses Liebeslied zurecht gemacht und alle Worte von Liebe ausgemerzt, darum Str. 3 ganz weggelassen und 4. geändert.

"Das Schiff streicht durch die Wellen" in diesen Liederbüchern

u.a. in: Liederbuch für die Deutschen in Österreich (1884) — Volkstümliche Lieder der Deutschen (1895) — Albvereins-Liederbuch (1905) — Schulgesangbuch für höhere Lehranstalten (1912) — Gesellenfreud (1913) — Deutsches Lautenlied (1914) —

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