All´ Abend bevor ich zur Ruhe geh
blick ich hinaus in die Nacht
und wenn ich ein helles Sternlein dann seh
das leuchtend am Himmel mir wacht
Dann denk ich an deine blauen Äugelein
die klar wie die Sterne wohl sind
und ich rufe aus der Ferne dann
Gute Nacht du mein herziges Kind

Und wenn am Himmel die Sternlein nicht stehn
Kein einz´ges freundlich mir lacht
Wenn dort oben düster die Wolken gehn
Und dunkel und trübe die Nacht
Dann denk ich an deine Locken
Die schwarz wie die Nacht wohl sind
Und ich rufe aus der Ferne dann
Gute Nacht, du mein herziges Kind

Nun kommt mir der Schlaf da träum ich
so mild vom Liebchen so hold und so schön
Dann seh ich im Traume ihr lächelndes Bild
könnt ich sie immer so sehn
Und wenn ich am Morgen gestärkt dann erwach
Dann lauf ich zum Fenster geschwind
Und rufe beseelt in den lieblichen Tag
Guten Morgen mein herziges Kind

Nun geht es frisch wieder zur Arbeit hin
zu gründen den häuslichen Herd
Voll Arbeit die Hände, Herzliebchen im Sinn
So ist das Leben was wert
Dann seh ich im Geist schon den Augenblick
Wo auf ewig vereint wir sind
und rufe vor Freude noch einmal zurück
Guten Morgen mein herziges Kind

Text: Verfasser unbekannt, vor 1840. Die ersten beiden Strophen vermutlich von Ludwig Friedrich Seyffardt (1827-1900)
Musik: Franz Wilhelm Abt (1819-1885)

Böhme: Volkstümliche Lieder der Deutschen, 1895, gibt an: „Text hier nach einem fliegenden Blatt: „Sieben schöne neue Lieder, das 7.  (Frankfurt a, der Oder  und Berlin Trowitzsch und Sohn um 1840) Ohne die 2 letzten Strophen ist das Lied von Fr Abt op 137 Nr 2 komponiert und dem Hofopernfänger Theod Wachtel gewidmet, der es als Einlage in dem „Postillon von Lonjumeau“ (Uraufführung: 13. Oktober 1836) sang, dadurch wurde es verbreitet und in Salons viel gesungen. Der Textdichter soll Seyffardt heißen, was auf dem fliegenden Blatt nicht angegeben ist. “

in — Liederbuch Postverband (1898) — Großes Volks-Liederbuch (ca. 1900) — Liederbuch Infanterie-Regiment (ca. 1914) —

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