Im kühlen Keller sitz ich hier auf einem Fass voll Reben

Trinklieder | 2006
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Im kühlen Keller sitz ich hier
auf einem Fass voll Reben
bin guten Muts und lasse mir
vom Allerbesten geben
Der Küper holt den Heber vor
gehorsam meiner Winke
füllt mir das Glas, ich halt´s empor
und trinke, trinke, trinke

Mich plagt der Dämon, Durst genannt
um ihn zu verscheuchen
nehm‘ ich ein Deckelglas zur Hand
und lass‘ mir Rheinwein reichen.
die ganze Welt erscheint mir nun
in rosaroter Schminke;
ich könnte keinem Leides tun
denn kurz, ich trinke, trinke.


Allein mein Durst vermehrt sich nur
bei jedem frischen Becher.
Das ist die leidige Natur
der rechten Rheinweinzecher;
doch tröst´ ich mich, wenn ich zuletzt
vom Fass zu Boden sinke:
ich habe keine Pflicht verletzt
denn ich, ich trinke, trinke.

Text: Karl Müchler , vor 1802
Musik: Ludwig Fischer , 1802


u.a. in Allgemeines Deutsches Kommersbuch (1858) — Liederbuch des Handwerker-Vereins zu Potsdam (1859) — Feuerwerker-Liederbuch (1883) — Deutsch-Österreichisches Studentenliederbuch (1888) — Albvereins-Liederbuch (ca. 1900) — Des Rennsteigwanderers Liederbuch (1907) — Alte und Neue Lieder (ca, 1910, erstes Heft) — Sport-Liederbuch (1921) —

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