Brüder laßt uns lustig sein (Gaudeamus Igitur)

Trinklieder | , | 1717
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Brüder, laßt uns lustig sein
Weil der Frühling währet.
Und der Jugend Sonnenschein
Unser Laub verkläret:
Grab und Bahre warten nicht;
Wer die Rosen jetzo bricht
Dem ist der Kranz bescheret.

Wo sind diese, sagt es mir
Die vor wenig Jahren
Eben also gleich wie wir
Jung und fröhlich waren?
Ihre Leiber deckt der Sand
Sie sind in ein ander Land
Aus dieser Welt gefahren

Unsers Lebens schnelle Flucht
Leidet keinen Zügel
Und des Schicksals Eifersucht
Macht ihr stetig Flügel:
Zeit und Jahre fliehn davon
Und vielleichte schnitzt man schon
An unsers Grabes Riegel.

Wer nach unsem Vätern forscht
Mag den Kirchhof fragen:
Ihr Gebein, so längst vermorscht
Wird ihm Antwort sagen.
Kann uns doch der Himmel bald,
eh die Morgenglocke schallt
In unsre Gräber tragen.

Unterdessen seid vergnügt
Laßt den Himmel walten!
Trinkt, bis euch das Bier besiegt
Nach Manier der Alten!
Fort mir wässert schon das Maul
Und ihr Andern seid nicht faul
Die Mode zu erhalten!

Dieses Gläschen bring ich dir, .
Daß die Liebste lebe,
Und der Nachwelt bald von dir
Einen Abriß gebe!
Setzt ihr Andern gleichfalls an,
Und wenn dieses ist getan,
So leb der edle Rebe!

Text: Johann Christian Günther , 1717
Musik: auf die Melodie von “ Gaudeamus Igitur
in: — Liederbuch für die Deutschen in Österreich (1884) – Als der Großvater die Großmutter nahm (1885) — Großes Volks-Liederbuch (ca. 1900)

Andere Fassung:

Brüder laßt uns lustig sein
weil der Frühling währet
bricht der Jahre Winter ein,
ist die Kraft verzehret
Tag und Stunde weilen nicht
dem der keine Rosen bricht
ist kein Kranz bescheret.

Unser junges Leben eilt
mit verhängtem Zügel
Krankheit, Schmerz und Gram verweilt
nur die Luft hat Flügel.
Ob wir hier uns wiedersehn
und wie heut ein Fest begehn
Wer gibt Brief und Siegel?

Wo sind jene, sagt es mir
die vor wenig Jahren
jung und fröhlich, so wie wir
und voll Hoffnung waren?
Ihre Leiber deckt der Sand,
sie sind weit von hier verbannt
aus der Welt gefahren.

Wer nach unsern Vätern forscht
mag den Kirchhof fragen
Ihr Gebein, das längst vermorscht
wird ihm Antwort sagen:
Nütz das Leben, brauch es bald
eh‘ die Morgenglocke schallt,
kann die Stunde schlagen!“

Text: Johann Christian Günther – 1717 (1695-1723)
Musik: Alfred Schlenker 1926 (?)

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