Brüder laßt uns lustig sein (älteste Melodie)

Brüder laßt uns lustig sein (älteste Melodie)

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Brüder laßt uns lustig sein
Weil der Frühling währet
Bricht der Jahre Winter ein
Ist die Kraft verzehret
Tag und Stunde weilen nicht
Dem der keine Rosen bricht
Ist kein Kranz bescheret

Unser junges Leben eilt
Mit verhängtem Zügel
Krankheit, Schmerz und Gram verweilt
Nur die Luft hat Flügel
Ob wir hier uns wiedersehn
Und wie heut ein Fest begehn
Wer gibt Brief und Siegel?

Wo sind jene, sagt es mir
Die vor wenig Jahren
Jung und fröhlich, so wie wir
Und voll Hoffnung waren?
Ihre Leiber deckt der Sand
Sie sind weit von hier verbannt
zum Cocyt gefahren

Wer nach unsern Vätern forscht
Mag den Kirchhof fragen
Ihr Gebein, das längst vermorscht
Wird die Lehr ihm sagen
Braucht das Leben, braucht es bald
Eh die Morgenglocke schallt
Kann die Stunde schlagen

Text: Johann Christian Günther
Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort III (1894, Nr. 1688 D „Die älteste gedruckte Fassung der Melodie“ !)

Aus: „Lieder für Freunde der geselligen Freude“. Leipzig 1788, S. 24. Die Melodie mit Klavierbegleitung dort. Hier begegnen wir zum erstenmal der Melodie zum Gaudeamus , aber zu Günthers abgeändertem deutschen Texte. — In: „Auswahl guter Trinklieder“, Halle 1791, ist die Tonweise zu Günthers Liede nicht beigedruckt; es heißt nur: „In bekannter Melodie“. Dieselbe Melodie und Harmonie in: „Lieder für Freunde der geselligen Freude“. Hamburg bei Joh. Aug. Böhme, S. 13 (o. J.). — Günthers Text hat hier eine kleine Abänderung erfahren. Diese Fassung ist von K. W. Ramler in der von ihm herausgegebenen „Lyrischen Bluhmenlese“, Leipzig 1778, im 9. Buch als Nr. 25, So auch die Textfassung im „Taschenbuch für Freunde des Gesangs“. I. Bdchn, Stuttgart 1796, S. 68. — Ferner in: „Auswahl der vorzüglichsten Rund- und Freundschaftsgesänge“. Nürnberg 1795, S. S2. Ebenso: „Auswahl von Kommers» und Gesellschaftsliedern“. Halle, bei K. Aug. Kümmel 1816, S. I6. In den neuesten Kommcrsbüchern ist Günthers Originaltext 4 Str. (mit Weglassung der 2 letzten, wertlosen) wiederhergestellt. (Böhme)

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema: ,
Liederzeit: , (1788)