Wer war’s der jenen die Läuberchen brach

Von dem Sturm auf Münster

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Wer war’s der jenen die Läuberchen brach

Wer war’s.der jenen die Läuberchen brach
und diese in die Narrenkappe stach
das will ich offenbaren
Wir riefen das Kreuze von dem Himmel an
wir tapfern Landsknecht alle

Text: Verfasser unbekannt
Musik: auf die Melodie von „Te Munster staet een steynenhuys“
in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 280 „Von dem Sturm auf Münster“)

Text im Antwerpener Liederbuch 1544 , Nr. 168. Daher Uhl. Nr. 200« und v. Liliencron, hist. VL. 456. — Dieses Landsknechtslied besingt den Kampf der Wiedertäufer unter Knipperdolling bei der Belagerung von Münster 1534 durch die Heere des Bischofs von Köln und des Herzogs von Kleve und den Sieg der Wiedertäufer. — Der das Lied sang, war (nach Str. 9) ein Landsknecht, der bei Münster im Tanze (Kriegstanze) gewesen, aber dem Reihen entsprungen war.

Ein anderes Lied auf diese Belagerung von Münster (bei v. Lil. Nr. 457) beginnt: „Hort, lieben Herren ein new gedicht etc“ und hat die Tonangabe: Es geht ein frischer Sommer daher etc. Eine Variante dieser überaus beliebten Landsknechtsmelodic fand ich in Souterliedekens 1540 Pf. 84, mit dem Anfange: Te Munster staet een steinen Huys«; ich habe sie oben vorgesetzt. Das Lied vom steinern Haus zu Münster ist nicht weiter bekannt. (Böhme. Liederhort)

Der niederländische Text im Antwerpener Liederbuch:

Wie was die ghene die die looverkens brac
ende diese inder narren cappen stack?
Het wil hem openbaren
Wi riepen dat cruyce al vanden hemel an
wi vrome lantsknechten alle.

Het was op eenen maendach
datmen den storm voor Munster sach
ontrent den seven uren
daer bleef so menich lantsknecht doot
te Munster onder die mueren.

Die storm die duerde een corte tijt
tot dat die metten waren bereyt
die metten waren ghesonghen
doen schoten wi daer drie bussen los
alarm so sloeghen die trommelen.

Wi vielen Munster dapperlijck an
wi leden schade so menighen man
men sach daer menich bloet verghieten
men sach daer menigen vromen lantsknecht
het bloet liep over haer voeten.

Die lantsknechten waren in grooter noot
daer bleeffer wel drie duysent doot
in onderhalver uren
was dat niet een groote schare van volc?
noch en sal geen lantsknecht trueren.

Wi weecken in een wilde velt
in die scanssen hebben wi gevuert ons gelt
eenen raet souden si ons gheven
wi riepen Maria Gods moeder aen
‘beschermt ons lijf ende leven!’

Knipperdollinc tot sinen knechten sprack
‘ghi borghers coemt hier op die wacht
laet ons den hoop aenschouwen
al waren si noch drie duysent sterc
den prijs willen wi behouden!’

Een busseschieter, die daer was
hi schoot drie cortouwen al op dat pas
veel snelder dan een duyve
‘wistent mijn vader ende moeder thuys
si souden mi helpen trueren.’

Die dit liedeken eerstmael sanck
een vroom lantsknecht is hi ghenaemt
hi hevet seer wel ghesonghen
hi heeft te Munster aen dans gheweest
den rey is hi ontspronghen

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema:
Liederzeit: (1534)
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Anmerkungen zu "Wer war’s der jenen die Läuberchen brach"

Zum Text:

  • 2, 3 ontrent, ungefähr (in der Zeit von 7 Stunden blieb mancher Landsknecht tot)
  • 3, 4 dusse, grobes Geschütz, Art Kanone; daher Str. 8 der Busschießer (buschieter), zum Bedienen der Geschütze, Kanonier.
  • 8, 2 cartouwen, Kartaunen, ebenfalls grobes Geschütz.

 

Der Anfang des niederländischen Textes erinnert an das Lied auf die Einnahme von Mailand (1521), bei v. Lil. 358 : „God weet wol wer uns de Lilien bricht“. Weil die Versform passt und es ein gleichaltriges Landsknechtslied ist, könnte man vermuten: die Melodie des Lilienliedes sei identisch mit: Es geht ein frischer Sommer daher. Vergl. dazu: Ich sing ein Lied und weiß nit wie.

 

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