Die Gedanken sind frei

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Die Gedanken sind frei
wer kann sie erraten
sie fliehen vorbei
wie nächtliche Schatten
Kein Mensch kann sie wissen
kein Kerker einschließen
Wer weiß, was es sei
Die Gedanken sind frei

Obgleich das Gesicht
das Sehen versaget
so werd ich doch nicht
von Mißgunst geplaget
Denn mein Denken und Beginnen
kann niemand ersinnen
wer weiß, was es sei
Die Gedanken sind frei

Ich denke, was ich will
so wie es sich schicket
und dann in der Still
wie man sich beglücket
man kann ja im Herzen
stets lachen und scherzen
doch denken dabei
Die Gedanken sind frei

Oft fesselt man mich
im finsteren Kerker
doch es sind ja nur
verderbliche Werke
denn meine Gedanken
zerreißen die Schranken
die Mauern entzwei
die Gedanken sind frei

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in: Der fröhliche Sänger: eine Auswahl der beliebtesten Lieder; Dritte Sammlung. – Hamburg : Philippeaux, (ca. 1815)

Geschichte dieses Liedes:


Liederthema:
Liederzeit: (1815)

Zur Geschichte dieses Liedes:

Parodien, Versionen und Variationen: “Die Gedanken sind frei” ist ein bis in unsere Tage hinein populäres politisches Volkslied, es entstand vermutlich kurz vor 1780 in Süddeutschland, es wurde auf fliegenden Blättern verbreitet (siehe Fliegende Blätter). Bei Erk-Böhme III, S. 576 steht: “Allerhand Zusätze bringen die fliegenden Blätter von 1830-1848”. Wolfgang Steinitz fällt auf, daß einige wichtige Liedersammlungen ... weiter lesen

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