Bremer Stadtmusikanten

Münsterberg du schönes Städtchen (Massenmörder Denke)

Münsterberg, du schönes Städtchen
Münsterberg, du schöne Stadt;
Drinnen wohnte einst Herr Denke
Der so viel zu schlachten hat.
Alle alten Handwerksburschen
Hackt und sägt er kurz und klein
Und in einem runden Fässchen
Pökelt er sie alle ein.

Jüngst kam auch ein Handwerksbursche
Bittet um ein Stückchen Brot
Denke lud ihn ein zum Schreiben
Schlagen wollt´ er ihn gleich tot.
Doch dem armen Handwerksburschen
Glaubt die Polizei kein Wort;
Und sie steckt den Allerärmsten
An ein´ wohlgeborgnen Ort.

Hätt´ sich Denke nicht erhangen
Weiter ging´ die Pökelei
Endlich kam man doch dahinter
Und der Schleier riss entzwei.
Merkt´s euch all, ihr Handwerksburschen
Briefe schreiben ist fatal
Geht auf d´Walz mit Handgranaten
Mit Revolver und mit Stahl.

Sonst kann euch einmal passieren
Das, was dort geschehen ist:
Dass man euch, gut eingepökelt
Zu ´nem Hochzeitsschmause isst.

Text; Verfasser unbekannt , vermutlich Anfang 1925
Musik:  Der Text erinnert von der Form her stark an „Köln am Rhein du schönes Städtchen. Dieses Lied war um 1925 weit verbreitet und die Moritat vom Massenmörder Denke ist vermutlich auf diese Melodie gesungen worden,
in: „Landstrasse, Kunden, Vagabunden

Eine weitere Fassung des Liedes geht so:

Münsterberg, du schönes Städtchen,
Münsterberg, du schöne Stadt,
Drinnen wohnte Meister Denke,
Der so viel geschlachtet hat.

Schöne junge Handwerksburschen
Lud er sich zum Schreiben ein
Und in schöne neue Fässer
Pökelte er sie alle ein.

Jüngst da kam ein Handwerksbursche,
Bittet um ein Stückchen Brot,
Denke lud ihn ein zum Schreiben,
Schlagen wollte er ihn tot.

Doch der Ärmste, der durchschaute
Diesen frechen Mörderplan,
Und mit angehacktem Schädel
Griff er diese Bestie an.

Doch dem armen Handwerksburschen
Glaubt die Polizei kein Wort,
Sondern steckt den armen Sünder
An den wohlverdienten Ort.

Hätt´ sich Denke nicht erhangen,
Weiter ging die Pökelei,
So jedoch kam man dahinter,
Und der Schleier riß entzwei.

Moritat auf den Serienmörder Karl Denke, auch „Papa Denke“,  „Vater Denke“, „Kannibale von Münsterberg“ oder „Schlesischer Haarmann“ genannt . Karl Denke beging am 22. Dezember 1924 in Münsterberg (Niederschlesien) Selbstmord, als seine Taten entdeckt zu werden drohten . Beim Abschluss der Ermittlungen kam zutage, dass Denke mindestens 42 Menschen getötet, verarbeitet, gegessen und Teile ihres Fleisches auf dem Breslauer Wochenmarkt verkauft hatte, was allerdings vom Sprecher des Marktes bestritten wurde. Mit der Genauigkeit eines Buchhalters hatte Denke die Namen sowie Details über das „Schlachtgewicht“ etc. von 30 Opfern, meist Landstreichern, davon vier Frauen, sorgfältig aufgeschrieben.  Im selben Jahr (1924) war bereits der Serienmörder Friedrich „Fritz“ Haarmann in Hannover festgenommen worden und auch die Taten von Carl Großmann aus Berlin wurden zu jener Zeit aufgedeckt. (Wikipedia)

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Liederthema: Moritaten
Liederzeit: (1925)
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