Liederlexikon: Moritat

| 2015

Schauerballade, die sich durchaus an wahren Begebenheiten orientierend, z. B.  durch eine Drehorgel, Violine, Gitarre oder Harfe begleitet auf Straßen, Plätzen und Jahrmärkten vorgetragen wurde. Dabei verkauften die Sänger Texthefte mit Moritaten oder sammelten vom Publikum Geld, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Um die Dramatik zu steigern,  wurden Leinwandbilder oder Moritatentafeln gezeigt, die die Geschichte illustrierten. Oft wurden Mord- oder Gräueltaten vorgetragen, am Ende nicht selten mit einer Moral. Verwandtschaft zum Bänkelsang und zur Ballade.



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Moritat im Archiv:

Auf auf ihr Kameraden (Aufruf des Schinderhannes)

Auf, auf ihr Kameraden bei finstrer Nachteszeit! Zeigt eure Heldentaten, es schlafen all bereit. All´ Richter und all Schergen und was uns schrecken kann ihr dürft euch nicht verbergen wenn ihr greift mutig an Tut euch nicht lang bedenken, eilt hin auf jenen Platz, wo in gefüllten Schränken liegt ein verborgner Schatz; erbrechet Tür und Schlösser, wo groß Paläste sein,

Was in Ungarn zu Grosswardein

Was in Ungarn zu Großwardein soll einmal das geschehen sein will ich jetzt nun zeigen an Merkt auf mit Fleiß, ihr Fraun und Mann Der Kommandant selbiger Stadt ein Töchterlein erzeuget hat gottesfürchtig, züchtig, keusch und rein war das Junge Röselein Sie war von früher Jugend an der Andacht immer zugetan mit Beten und Singen allezeit lobt sie die heilige Dreifaltigkeit Schon

Eduard und Kunigunde

Eduard und Kunigunde liebten treu und zärtlich sich Sehnlich harrten sie der Stunde Wo das Licht der Sonne wich O dann blüthen ihre Freuden Durch der Liebe Wonn´ Genuß und kein herber Kelch der Leiden Mengte sich in ihren Kuß Doch der Drang nach Reichtum stürzte Nur zu bald dies große Glück Das was ihre Tage würzte Schwand nun schnell

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