Liederlexikon: Moritat

| 2015

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Schauerballade, die sich durchaus an wahren Begebenheiten orientierend, z. B.  durch eine Drehorgel, Violine, Gitarre oder Harfe begleitet auf Straßen, Plätzen und Jahrmärkten vorgetragen wurde. Dabei verkauften die Sänger Texthefte mit Moritaten oder sammelten vom Publikum Geld, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Um die Dramatik zu steigern,  wurden Leinwandbilder oder Moritatentafeln gezeigt, die die Geschichte illustrierten. Oft wurden Mord- oder Gräueltaten vorgetragen, am Ende nicht selten mit einer Moral. Verwandtschaft zum Bänkelsang und zur Ballade.



"Moritat" im Archiv:

In einem Städtchen in einem stillen Tale (Räuberbraut)

In einem Städtchen, in einem stillen Tale Da stand ein Mädchen an einem Wasserfalle Sie war so schön wie Milch und Blut Von Herzen war sie einem Räuber gut Du armes Mädchen, du dauerst meiner Seele Komm mit zu mir in meine Räuberhöhle Dort wirst du sorgenlos und glücklich sein Ich aber muß jetzt in den Wald hinein Nimm diesen

Auf auf ihr Kameraden (Aufruf des Schinderhannes)

Auf, auf ihr Kameraden bei finstrer Nachteszeit! Zeigt eure Heldentaten, es schlafen all bereit. All´ Richter und all Schergen und was uns schrecken kann ihr dürft euch nicht verbergen wenn ihr greift mutig an Tut euch nicht lang bedenken, eilt hin auf jenen Platz, wo in gefüllten Schränken liegt ein verborgner Schatz; erbrechet Tür und Schlösser, wo groß Paläste sein,

Joseph lieber Joseph was hast du gemacht (Kindsmörderin)

Joseph, lieber Joseph was hast du gemacht daß du die arme Nannerl ins Unglück hast ´bracht Joseph, lieber Joseph mit mir ist´s bald aus man wird mich bald führen zum Schandtor hinaus Zum Schandtor hinaus auf ein grünen Platz da wirst du bald sehen was Lieb hat gemacht Richter, lieb Richter richt nur fein geschwind ich will ja gern sterben

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