Lieddichter: Löns (Hermann Löns)

Hermann Löns, geboren am 29. August 1866 in Westpreußen, macht Abitur. studiert ohne Abschluß, arbeitet bei verschiedenen Zeitungen in Kaiserslautern, Gera, Hamburg und schließlich ab 1893 in Hannover, wo er auch erste Gedichte veröffentlichen kann. 1911 erscheint „Der Kleine Rosengarten“ mit dem Erfolgslied „Auf der Lüneburger Heide“. Am 26. September 1914 stirbt Hermann Löns als Soldat im Ersten Weltkrieg. Von den Nationalsozialisten wurde er als eine ihrer Vordenker verehrt. Die Wehrmacht organisierte 1935 eine Veranstaltung in der Lüneburger Heide bei Walsrode, wo seine angeblichen Gebeine, die man 1934 in Frankreich fand, unter großem Pomp bestattet wurden.

Hermann Loens

..

Es schlägt ein fremder Fink im Land
radibimmel, radibammel, radibumm
Die Luft, die riecht wie angebrannt
der Tilly der zieht um
Es klingt so fein

Bündische Jugend | Soldatenlieder | , | 1922


Es sang und sang ein Vögelein
sang von dem Herzgeliebten mein
ich mußte weinen, als es sang
dieweil es also traurig klang
so rot wie […]

Lieder vom Tod | Trauerlieder | | 1920


Scheidewind weht auf der Heide
Meidewind weht auf dem Moor
Ich suche und suche die Stelle
wo ich mein Herz verlor

Hier war es, wo ich […]

Liebeskummer | 1920


Rosmarienhaide zur Maienzeit blüht
Rosmarienhaide erfreut das Gemüt.
Rosmarienhaide ist lieblich und zart,
Rosmarienhaide ist eigener Art.

Anna, Marianna, wo bist du, mein Lieb?
Anna, Marianna, […]

Liebeslieder | 1914


Ich mag nicht mehr mein Federbett
geh gar nicht gern hinein
ich schlaf die ganze Nacht nicht mehr
kannst du nicht bei mir sein
Nachtigall, […]

Liebeskummer | | 1914


Heute wollen wir ein Liedlein singen
trinken wollen wir den kühlen Wein
und die Gläser sollen dazu klingen
denn es muß, es muß geschieden sein.

Kriegspropaganda | Soldatenlieder | | 1914


Die Trommeln und die Pfeifen
die haben ein laut Getön
mit Trommeln und mit Pfeifen
da geht´s noch mal so schön
sind wir nicht die […]

Kriegspropaganda | 1914


Heiß ist die Liebe, kalt ist der Schnee, ja Schnee
Scheiden und Meiden, ja das tut weh.

Rote Husaren die reiten, reiten, reiten niemals Schritt
Herzliebstes Mädchen, und […]

Soldatenlieder | 1914


Es blühen die Rosen
die Nachtigall singt
mein Herz ist voll Freude
voll Freude es springt
Ein Reiter zu Pferde
so reit‘ ich durch´s Land

Soldatenlieder | , | 1914


Zu Hannover an der Leine
stand ich als Kanonier
du allerschönste Rosa
jetzt muß ich fort von hier

Auf der Lüneburger Heide
da geht der Staub […]

Soldatenlieder | 1914



„Banalste Gedichte, von denen einige durch Vertonung überlebt haben, und Provinzprosa, die der Blut-und-Boden-Literatur zumindest vorgearbeitet hat und für die der Ausdruck Kitsch noch ein Euphemismus ist: nicht viel anders wird wohl jeder, der über einigen literarischen Geschmack verfügt, das Werk von Hermann Löns charakterisieren. Angesichts der großen Resonanz, die Löns in weiten Kreisen gehabt hat, ist die Beschäftigung mit seinem Werk freilich geeignet, literatur- und lesersoziologische Einsichten zu gewinnen.“ (Hans-Albrecht Koch)