Lei kommen mir gegangen (Heischelied)

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Lei kommen mir gegangen
mir sinn eraus gesandt
mit heischen zu ´er Kroen
mir stehn in Gottes Hand
ze Naumen in der Kirchen
Maria soll se troen

Text und Musik: Verfasser unbekannt – aus Lothringen
siehe Heischen

Lei  = hier
mir  = wir
´er = einer
Kroen = Krone
Naumen = Kirchnaumen
se = sie
troen = tragen

„Heute noch besteht in vielen lothringischen Dörfern der Brauch, daß die ältesten Schulmädchen im Mai von Haus zu Haus gehen und oft auch die Nachbarorte aufsuche – die Rother gingen früher bis nach Saargemünd in die Wirtschaften hinein – um für den Maialtar Gaben zu sammeln.[…] Ein guter Kenner unseres Lothringer Landes schreibt mir: „Im Monat Mai gehen in der Gegend von Sierck – Busendorf – Bolchen die mädchen “ Kronen Heischen “ , sie sammeln namentlich Eier und Geld , zur Ausschmückung des Marienaltars , besonders Sonntags nach der Vesper , auch Samstagnachmittags ,seltener Donnerstags.

“ Heischen “ , “ Häschen “ ist der Landesübliche Ausdruck für Betteln . Eines der Mädchen , die “ Braut “ , ist gewöhnlich weiß gekleidet; es trägt auf jeden Fall ein Krönchen auf dem Haupt. Beim Eintritt in ein Haus singen sie“ das obige Lied.

in Louis Pinck : Verklingende Weisen ( Volkslieder aus Lothringen , Band III, 1933 , S. 289)

Liederthema:
Liederzeit: (1933)
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