Krapülinski und Waschlapski (Polen aus der Polakei)

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Krapülinski und Waschlapski
Polen aus der Polakei
fochten für die Freiheit
gegen Moskowitertyrannei

Als sie hatten ausgefochten
flüchteten sie nach Paris
für das Vaterland zu sterben
und zu leben auch ist süß

Als wie Jonathan und David
wie Orest und Pylades
soffen sie denselben Kümmel
aßen sie denselben Käs

Liefen in dieselbe Kneipe
schliefen in demselben Bett
eine Laus und eine Wanze
kratzten sie sich um die Wett

Und weil keiner wollte leiden
daß der andre für ihn zahl
zahlte keiner von den beiden
ein System, das sich empfahl

Und sie hatten wirklich Wäsche
jeder hatt der Hemden zwei
ob sie gleich zwei edle Polen
Polen aus der Polackei

„Polen ist noch nicht verloren.“
sangen sie jahrein, jahraus
ihr Idol war Schubiakski
Schellakusko, Schuftislaus

Auch den großen Eselinski
ihn verehrten sie gar hoch
und wenn einer nicht gestorben
leben alle beide noch

Text: Verfasser unbekannt, nach Heinrich Heine
Musik: auf die Melodie von In des Waldes düstern Gründen

u.a. in Allgemeines Deutsches Kommersbuch (1858) — Deutsch-Österreichisches Studentenliederbuch (1888) —

Liederthema:
Liederzeit: vor 1880 : Zeitraum:
Schlagwort:
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Geschichte dieses Liedes:

Zur Geschichte dieses Liedes:

Parodien, Versionen und Variationen: Unter dem Titel „Rinaldo Rinaldini“ war das Lied „In des Waldes tiefsten Gründen“ bzw „In des Waldes düstern Gründen“ seit Beginn des 19. Jahrhunderts beliebt und weit verbreitet. Mit der Melodie entstanden viele neue Lieder. Mit dem Text „Preisend mit viel schönen Reden“  wurde die Melodie auch zu einem Politischen Lied.  Justinus Kerner schrieb den Text 1818 nach dem Wiener Kongreß und dem Wartburgfest: Als Europas Fürsten 1815 beim Wiener Kongress Deutschland in viele kleine Staaten aufteilten, war wohl kaum einer unter ihnen, der seinen Kopf in den Schoß... weiter lesen