Ich weiß mir eine Jungfrau schön

Volkslieder » Liebeslieder

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Ich weiß mir eine Jungfrau schön,
wollt Gott sie wäre mein
von Perlen und von Golde
trägt sie ein Kränzelein

Von Perlen und von Golde
trägt sie ein Ehrenkranz
mit ihren schneeweißen Händen
bracht sie mich an den Tanz

Ich war in fremden Landen,
da lag ich unde schlief
da träumet mir eigentlichen
wie mir mein feins Lieb rief

Und da ich nun erwachte
da war es Alles nichts
es war die Nachtigalle
die sang so wonniglich

Steh auf, du guter Geselle
und reit du durch den Wald
sonst wird deine Liebe sagen
sie führ ein andern Geselln

Ich tät mich fast nicht säumen
ich ritt durch den grünen Wald
die Vöglein hört ich singen
sie sungen beide jung und alt

Ich ritt nun also lange
bis ich mein feins Lieb fand
Wie hast du mein vergessen
und mich verlassen ganz

Wie soll ich dein vergessen
du edler Amethist
der du in meinem Herzen
so tief versetzet bist

Drauf gab sie mir zu Pfande
Vergißnichtmein ein Kranz
den gab sie mir zu Pfande
mit ihrer schneeweißen Hand

Drauf gab ich ihr herwieder
von Gold ein Ringlein klein
Den tragt von meinetwegen
Herzallerliebste mein

Nach einer in der Rhediger’schen Bibl. zu Breslau befindlichen Papierhandschrift vom J. 1603 in H. Hoffmann’s v. F. „Monatschrift von und für Schlesien. Jahrg. 1829. Breslau.“ II, 550.) Weiter unten das Lied: „Es steht ein Lindlein in diesem Thal, ach Gott! was thut sie da?“ (Uhland. I, 68.)
in Deutscher Liederhort (1856, Nr. 154d „Vergißmeinnicht“)

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema:
Liederzeit: (1603)

Anmerkungen zu "Ich weiß mir eine Jungfrau schön"

  • 3. eigentlichen, mhd. eigenlîche, adv. (zum adj. eigenlich, was man selbst hat,) eigens besonders. –
  • 6. Vgl. Liederhort. S. 247. – fast, fest, sehr, durchaus, gar.

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