Ich hab mein Leben kein Guts getan

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Ich hab mein Leben kein Guts getan
Und Habs auch nicht im Sinn
Was wird mein adlig Schätzchen denken
Dass ich so liederlich bin?

Wer einen steinigen Acker hat
Und auch ein‘ stumpfen Pflug
Und wer ein untreu Schätzchen hat
Ist dass nicht Kreuz genug?

Und wer mit Katzen ackern will
Der schick die Maus voran
Dann geht es allzeit hordebor
Die Maus die läuft voran.

Es ist nicht lang dass es g’regnet hat
Die Dächer tröpfeln noch
Ich habe mal ein Schatz gehabt
Ich möcht, ich hätt ihn noch!

Vollständiger Text aus Hessen : Mittler 776.
Von einem ähnlichen alten Liede die Anfangsstrophe mit Melodie oben. Original in F-dur mit Mollschluß. —
Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 532)

Geschichte dieses Liedes:


Liederthema:
Liederzeit: (1850)

Abweichungen im Text

Die Anfangsstrophe führt Lessing 1777 in einem Briefe an Nicolai unter den Pöbelliedern so an:

  • „Ich Hab mein Tag nicht gut getan
    Habs auch noch nicht im Sinn:
    Und wo ich einmal gewesen bin
    da darf ich immer hin, immer hin.“

Eine Version in Des Knaben Wunderhorn: 3, 216 (a. A. I, 210): Unkraut und Gärtner (Goethe bemerkt: Quodlibet von der besten Art.“)

Wie kommts, daß du so traurig bist
Und gar nicht einmal lachst?
Ich seh dirs an den Augen an,
Dass du geweinet hast

Und wer ein‘ steinigen Acker hat
Dazu ein‘ stumpfen Pflug
Und wem sein Schatz zum Schelmen wird
Hat der nicht Kreuz genug?

Doch wer mit Katzen ackern will
Der spann die Maus voraus
So geht es alles wie der Wind
So fängt die Katz die Maus.

Hab all mein Tag kein Gut getan
Habs auch noch nicht im Sinn
Die ganze Freundschaft weiß es ja
Daß ich ein Unkraut bin.‘

Das Ackern mit Katzen (Strophe 3) ist auch erwähnt im Liede: „Ich zeunt mir nächten einen Zaun.“ aus dem 16. Jahrhundert. Als Melodie hat Fink (Hausschatz) beigesetzt: Es ist nit lang daß gregnet hat.

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