Ich bin ein guter Untertan

mp3 anhören"Ich bin ein guter Untertan" zum Anhören, als Download, als Buch oder als CD bei Amazon

Ich bin ein guter Untertan,
Das leidet keinen Zweifel
Mein Fürst, das ist ein frommer Mann,
O wär´ er doch beim teu-
ren Volke immer,
so würd´ es niemals schlimmer.

Wir haben ihn wohl oft betrübt,
doch nimmermehr belogen,
Er sagte, daß er uns geliebt,
doch hat er uns betro-
ffen oft auf Taten,
die er uns nicht geraten.

Die Staatsbeamten taten recht,
sie wahrten seine Rechte,
und der war ihm der liebste Knecht,
der sich recht viel erfre-
freulich zu uns neigte
und Mitleid uns bezeigte.

Der Schwur, den er geleistet hat,
Erfüllung alles dessen,
Was seine Pflicht an Gottes statt,
Den hat er ganz verge-
bens halten wollen,
Es hat nicht glücken sollen.

Du Polizei, die dazu da,
Das wilde Volk zu zügeln,
Dich möchte ich nur einmal, ja,
So recht von Herzen prü-
fen und dich fragen,
Wer über dich könnt´ klagen.

Ihr Ritter des Philistertums
und ihr gelehrte Raben
am Friedenshof des Altertums
O laßt euch dort begr —
eiflich machen
wie sehr wir Euch bewachen

Ihr Mönche, vornehm, schwarz und weiß
das Volksglück, das verpuffte
wird eurer steten Mühe Preis
denn ihr seid große schu —
Igerechte Lehrer
und eifrige Bekehrer

Ihr Stolzen, ihr im deutschen Land
vom Rhein bis nach Polen
Ihr seid mir durch und durch bekannt
Euch soll der Kuckuck ho —
hes Alter melden
Euch weisen Friedenshelden

Text: Adolf Glaßbrenner – um 1848
Musik: kann auf die Melodie von “Wohl dem der für Dummheit glüht  (Weil wir heut beim Glase Bier” , das ist “Wenn mein Pfeifchen dampft und glüht” , gesungen werden. So von Peter Rohland  – vermutlich aber ursprünglich auf das Lied “Ich bin ein hochbeglückter Mann” gesungen worden.
in: DVA A 31463 –  Handschriftliches  Liederbuch von Karl Guthman  (Nr. 139),  Großenhain – Sachsen , 1857. Überschrift: ” Der gute Untertan . Vexierlied ” — bei Steinitz II , 1962

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema: ,
Liederzeit: (1848)
Schlagwort: | |
Region: , ,