Es wollt ein Schneider wandern (Wirtshaus) (1810)

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Es wollt ein Schneider wandern (Wirtshaus)

Es wollt ein Schneider wandern
wohl auf seiner Schneidergeiß
da bekam derselbe: einen Zick Zick Zick
und der Juckel und der Buckel
und die Feldmusik
wie brennt die Sonn´ so heiß
auf meiner Schneidergeiß

Der Schneider kam vors Wirtshaus
darinnen möcht er sein
da bekam derselbe …
darinnen möcht ich sein
da gibt’s guten Wein

Der Schneider fing an zu saufen
aus seinem Fingerhut
da bekam derselbe …
wie schmeckt der Wein so gut
aus meinem Fingergut!

Der Schneider fing an zu tollen
er tollet hin und her
da bekam derselbe …
wie macht der Wein so toll
wie macht der Wein so voll

Der Schneider fing an zu sterben
die Seele fuhr in die Geiß
da bekam derselbe …
wie brennt die Höll so heiß
in meiner Schneidergeiß

Der Schneider wurde begraben
wohl in der Geiß ihrn Stall
da bekam derselbe …
die Leute müssen bezahlen
sie wissens überall

anstatt:
da bekam derselbe: einen Zick Zick Zick
und der Juckel und der Buckel
und die Feldmusik

wird auch gesungen:
da sprach derselbe: Meck Meck meck
zick zick zick Bock Bock Bock

Text und Musik: Verfasser unbekannt
Melodie aus dem Darmstädtischen
in: Deutscher Liederhort III (1894, Nr. 1632 „Schneiders Wanderschaft“)

Mehrfach mündlich aus dem Hessen-Darmstädtischen (Erzhausen bei Langen und Espa bei Butzbach in der Wetterau). Daher in Erk’s Liederhort Nr. 189. — Ähnlicher Text aus einem alten Manuskript im Wunderhorn II, 292: „Das Schneiderlein sah am Wege stehn eine alte verzottelte Geiß…“

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