Es fliegt gar manches Vögelein

Ausgeflogen

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Es fliegt gar manches Vögelein

Es fliegt gar manches Vögelein
dem andern in das Nest
Es ißt und trinkt gleich was es findt
dazu das Allerbest
Bist du ins Nest geflogen
so flieg auch wieder ‚aus!
Du bist einmal mein Schatz gewest
jetzt ist die Liebschaft aus

Es sitzt ein jedes Vögelein
Nicht immerdar im Nest
Es schwingt auch seine Flügelein
Und hüpfet auf die Äst
Ich Hab mich aufgeschwungen
Auf einen grünen Zweig
Und wenn es dich auch sehr verdrießt
Das gilt mir Alles gleich

So freist du eine Reiche
Mich Arme läßt du stehn;
Und wenn du auch den Krebsgang gehst.
So kränkt es mich nicht sehr
Ein‘ Arme kann noch werden reich
Die Reiche aber arm
Wenn du die Reiche genommen hast
Kanns gehn, daß Gott erbarm!

Kein Trau’rkleid laß ich machen
Mir deinetwegen nicht
Ich werde wohl noch lachen
Wenn du einst weinen wirst
Scheint dir auch jetzt die Sonne
Und geht auch mir der Wind
Es wird ganz anders kommen
Als du es hast im Sinn.

Text und Musik: Verfasser unbekannt
Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 521 „Ausgeflogen“)

Aus der fränkischen Schweiz bei Scherer, Jungbrunnen, Nr. 104. Ganz ähnlich von mir in Thüringen um 1840 gehört. Bei Kretzschmer II, 195 bloß 2 Strophen.

Anmerkungen zu "Es fliegt gar manches Vögelein"

Vergl. Erk I. 4, 37. Hoffmann, Schlesische Volkslieder, S. 109. Simr. Nr. 242. — An unser Volkslied hat sich ein Gedicht von E. Geibel stark angelehnt: „„Es fliegt manch Vöglein in das Nest und fliegt auch wieder aus.
Und bist du ‚mal wem Schatz gewest, so ist die Liebschaft aus …: Das Lied aus der Sicht eines Mannes im Kommersbuch.

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