Wir lagen vor Madagaskar (alle Strophen)

Lieder zur See | Soldatenlieder | 1916

Mp3, CDs und Bücher dazu:



CD buch



Wir lagen vor Madagaskar
und hatten die Pest an Bord
In den Kübeln da faulte das Wasser
und mancher ging über Bord
Ahoi! Kameraden. Ahoi, ahoi
Leb wohl kleines Mädel, leb wohl, leb wohl

Wenn das Schifferklavier an Bord ertönt
Ja da sind die Matrosen so still
Weil ein jeder nach seiner Heimat sich sehnt
Die er gerne einmal wiedersehen will
Ahoi! Kameraden. Ahoi, ahoi
Leb wohl kleines Mädel, leb wohl, leb wohl

Und sein kleines Mädel, das sehnt er sich her
Das zu Haus so heiß ihn geküßt
Und dann schaut er hinaus auf das weite Meer
Wo fern seine Heimat ist
Ahoi! Kameraden. Ahoi, ahoi
Leb wohl kleines Mädel, leb wohl, leb wohl

Wir lagen schon vierzehn Tage,
Kein Wind in den Segeln uns pfiff.
Der Durst war die größte Plage,
Dann liefen wir auf ein Riff.
Ahoi! Kameraden. Ahoi, ahoi
Leb wohl kleines Mädel, leb wohl, leb wohl

Der Langbein der war der erste
Der soff von dem faulen Naß
Die Pest gab ihm das Letzte
Man schuf ihm ein Seemannsgrab
Ahoi! Kameraden. Ahoi, ahoi
Leb wohl kleines Mädel, leb wohl, leb wohl

Und endlich nach 30 Tagen
Da kam ein Schiff in Sicht
Jedoch es fuhr vorüber
Und sah uns Tote nicht
Ahoi! Kameraden. Ahoi, ahoi
Leb wohl kleines Mädel, leb wohl, leb wohl

Kameraden, wann sehn wir uns wieder
Kameraden, wann kehren wir zurück
Und setzen zum Trunke uns nieder
Und genießen das ferne Glück
Ahoi! Kameraden. Ahoi, ahoi
Leb wohl kleines Mädel, leb wohl, leb wohl

Text und Musik: Verfasser unbekannt. “Wir lagen vor Madagaskar” ist ein Lied, das vermutlich Ereignisse während des Russisch-Japanischen Krieges (1904/1905) zum Thema hat. Das ” Zweite russische Pazifikgeschwader” unter Admiral Roschestwenski musste wegen dringender Reparaturen vor der Nord-West-Küste von Madagaskar ankern. Viele russische Soldaten starben dort an Typhus, woran ein Denkmal in Hell Ville auf Nosy Be (Insel vor Madagaskar) erinnert. Es ist zu vermuten, dass sich das Lied über Mitglieder der Bündischen Jugend, die Soldaten im Ersten Weltkrieg waren, verbreitete. 1934 brachte Just Scheu es dann vermutlich in die heute bekannte Fassung. (Wikipedia) Im Liederbuch der Fallschirmjäger (1983) heisst es: “Die Pest war die grösste Plage” (nicht der Durst)

Die folgenden Zeilen gehörten ursprünglich nicht zum Lied, Herkunft unbekannt…:
Vermutlich aus dem Ersten Weltkrieg

Ja, wenn das Schifferklavier an Bord ertönt
Dann sind die Matrosen so still, ja so still
Weil ein jeder nach seiner Heimat sich sehnt
Die er gerne einmal wiedersehen will
und sein kleines Mädel, das wünscht er sich her
das zu Haus so heiß ihn geküsst
und dann schaut er hinaus auf das weite Meer
wo fern seine Heimat ist

..Mp3, CDs und Bücher dazu: :

CD buch