Weil wir heut beim Glase Bier

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Weil wir heut beim Glase Bier
doch so manches singen,
will ich, liebe Dummheit, dir
auch ein Liedchen bringen.
In dem Dummen regen sich
niemals bange Zweifel,
er glaubt alles, fürchtet sich
vor Gespenst und Teufel

Einigkeit im Völkerbund
kümmert ihn sehr wenig,
Volksherrschaft ist ihm zu rund
wo bleibt sonst sein König?
Wenn ein wütender Tyrann
Stadt und Land verwüstet,
spricht der Dumme: „Großer Mann
dich hat Gott gerüstet.”

Wenn in Flitterstaat und Pracht
sich die Großen blähen,
spricht der Dumme: „Gut, das macht
den Commerz doch gehen.”
Muß der Herren gnäd’ger Huld
halb umsonst er dienen,
schiebet er die ganze Schuld
nur auf die Maschinen.

Und wenn man zuweilen fragt
warum schlecht die Zeiten,
gleich der nächste Dummkopf sagt:
„ ´s Geld fehlt untern Leuten.”
Drängt um schmale Kost und Lohn
hungernd man zum Ziele,
spricht der lieben Dummheit Sohn:
„Unserer sind zu viele.”

Wird er endlich matt und bleich
stirbt er froh im Glauben
an ein schönes Himmelreich
voll gebratner Tauben.
Wohl dem, der für Dummheit glüht
dem der Kopf vernagelt,
der den Himmel schief ansieht
wie die Gans, wenn’s hagelt.

Text: Wilhelm Weitling , in “ Volks-Klänge “ (Paris, 1841)
Musik: Wenn mein Pfeifchen dampft und glüht

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema: ,
Liederzeit: (1841)
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Anmerkungen zu "Weil wir heut beim Glase Bier"

Peter Rohland sang auf diese Melodie auch Ich bin ein guter Untertan
zu Wilhelm Weitling siehe http://www.trend.infopartisan.net/trd1103/t011103.html

"Weil wir heut beim Glase Bier" in diesen Liederbüchern

u. a. in: DVA A 31467 , Handschriftliches Liederbuch von Karl Guthmann (Nr. 144) Großenhain , Sachsen , 1857 – bei Steinitz II , 1962 (S.166)