Scheint der Mond so schön

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Scheint der Mond so schön

Scheint der Mond so schön
wolln nach Hause gehn
Scheint der Mond an meines Vaters Fenster
Kerl, wo bleibst so lang? wohl bei dem Mensche?

Hab dir’s oft gesagt:
Komm um halber acht
Und nun ist es schon um halber Zwölfe
Wart, du loser Bub, ich will dir helfe!

Vater zanke nicht!
Beim Mensche war ich nicht
Ich war bei meinesgleichen Buben
In der Nachbarschaft wohl in der Stuben

Vater, zanke nicht!
Beim Mensche war ich nicht —
Vater zanke nicht, es ist vergebens
Das Mädel laß ich nicht, es ist mein Leben!

’s ist ein junges Blut
Ich bin ihr gar zu gut
Mädchen, ruck ruck ruck an meine Seite
Ich bin dir gar zu gut, ich kann dich leiden

Wenn die Leut nicht wär’n
Könnst mei Schätzchen werd’n
Wenn wir werd’n den grünen Hafer schneiden
Ich bin dir gar zu gut, ich kann dich leiden!+

In dem Böhmerwald
Pfeift der Wind so kalt:
Mädchen, ruck ruck ruck an meine Seite!
Ich bin dir gar zu gut, ich kann dich leiden

Text und Musik: Verfasser unbekannt
Aus Thüringen (1830), Schwaben (1840) und Schlesien (1841)
Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 524)

Geschichte dieses Liedes:


Liederthema: ,
Liederzeit: (1830)
Schlagwort: |
Region: , ,

Anmerkungen zu "Scheint der Mond so schön"

Text aus Thüringen und Schlesien (Hoffmann Nr. 140). Ähnlicher Text aus Schwaben bei Kretzschmer II 202:

Wenn i in d‘Heimat geh
scheint der Mond so schön
scheint der Mond in meines Vaters Gärtle:
Bub, wo bleibst so lang?
Bei meinem Mädle

Noch andrer Text Walter S. 38. Zurmühlen Nr. 10. Aus dem Elsaß bei Mündel: .Wenn ich Heime geh, scheint der Mond so schön … . — Melodie mündlich aus Thüringen; ähnlich bei Hoffmann.

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