O wenn doch keine Maschine nicht wär

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Himmel, was für Elend regiert auf der Welt
Das haben ja wirklich die Maschinen angestellt
schreckliche Träume das Herze erfüllt
Eine finstere Wolke den Himmel verhüllt
Das Leben der Menschen ist drückend und schwer
O, wenn doch keine Maschine nicht wär
Viele Arme sich mußten die Nahrung erhol´n
O, wenn doch der Teufel die Maschine tät hol´n

Gott Vater vom Himmel wirf doch einen Blick
Und sieh doch gnädig auf uns jetzt zurück
Verändere die Zeit und vertilge die Not
Gib, Vater, zur Nahrung ein‘ jeden das Brot
Da wird der Mensch von Kummer gequält
Und um Nahrung zu suchen wohl hier in der Welt
Mit Weib und mit Kindern und mit traurigem Sinn
Das hat man zu verdanken den verdammten Maschin’n

Vor dreißig bis vierzig und noch mehr Jahren
Da hat man von Maschinen noch wenig erfahren
Da sah man auch Männer als Meister da stehn
Die jetzt den Landmann um Nahrung anflehn
Freunde, o Freunde, es wird schwerlich mehr besser
Denn durch die Maschinen wird’s Elend immer größer
Sie studieren und spekulieren auf die Habsucht und Kampf
Und was die Maschin‘ nicht verrichtet, das verrichtet der Dampf

In Hammerstein ist jetzt die Rebellion
Dort laufen die Bauern wohl alle zusammen
Die meisten haben ja alle einen Sinn
Sie schlugen zusammen die verdammten Maschin‘
In Katharinenberg ist es wohl nicht mehr leer
Dort bringen sie die Maschinen auf Wagen daher
Sie glaubten, es dürfte kein Mensch nichts mehr sagen
Sonst zerschlugen die Rebellen die Menschen und die Wagen

Dann zogen die Rebellen auf Reichenberg zu
Da hieben die Schützen wohl tapfer zu
Die hatten sich erworben ein kaiserliches Fahn‘
Es hat auch ein Schütze ein Ohre verloren
In Gablonz , da ist Militär angekommen
Sie haben von Lautschnei drei Mädel mitgenommen
Da kamen die Mädchen wohl her über einen Haufen
Und haben dem Herrn Vorbach das Tor eingelaufen

Text und Musik: Verfasser unbekannt
Aus Steinitz , I, Seite 244
nach: Deutsche Arbeit 9, 1909-1910, S.375

Liederthema: ,
Liederzeit: , (1844)