Liederlexikon: Ludwig Sand

| 1820

Die patriotische Begeisterung der Freiheitskriege 1813—1815, eng verbunden mit dem Verlangen nach demokratischer Umgestaltung der deutschen Zustände, fand an den deutschen Universitäten in den Burschenschaften aktive Vorkämpfer. Die an der Spitze der Bewegung stehenden Jenenser Burschenschafter organisierten 1817 das Wartburgfest , an dem auch Karl Ludwig Sand, Jahrgang 1795 , Student der Theologie in Jena und Mitglied der dortigen Burschenschaft, aktiv mitwirkte.

Er erstach am 23. März 1819 den als zaristischen Agenten berüchtigten und verhaßten A. v. Kotzebue . Auf das Attentat antwortete Metternich und die Ministerkonferenz des Deutschen Bundes mit den Karlsbader Beschlüssen von 1819, die eine verschärfte Unterdrückung aller freiheitlichen Bestrebungen einleiteten. Sand wurde am 20. Mai 1820 hingerichtet. (nach Steinitz II)

„Am 20. Mai 1820, am Sonnabend vor Pfingsten, wurde Sand auf einer Wiese vor dem Heidelberger Tor enthauptet. Die Zuschauer drängten nach der Hinrichtung an das Schaffot und tauchten Tücher in Sands Blut; der Richtstuhl wurde, wie man erzählt, zerschlagen und die Stücke verteilt. Oft wurde das Grab Sands mit Blumen bestreut, das Volk nannte die Richtstätte ,Sands „Himmelfahrtswiese“… (1848. Der Vorkampf der deutschen Einheit und Freiheit . Hrsg. von Timm Klein. Leipzig 1914, S. 23).

"Ludwig Sand"