Bremer Stadtmusikanten

Ich hatt einen Kameraden

| 1809

„Ich hatt einen Kameraden“ ist ein Soldatenlied, das seit den Befreiungskriegen gegen Frankreich 1813-1815 viel gesungen und nachgedichtet wurde. Im deutsch-französischen Krieg 1870/71, im Ersten Weltkrieg (1914-1918)  und in der deutschen Wehrmacht während der NS-Zeit wurde es – auch als Propagandalied – in vielen Liederbüchern gedruckt und auch auf Liedpostkarten verbreitet.

Der Text stammt von Ludwig Uhland, der Original-Titel von 1809 lautet: „Der gute Kamerad“. Die Melodie, die Silcher für dieses Lied über die „Treue eines Soldaten“ wählte, ist ein von ihm umgemodeltes Volkslied im 3/4-Takt über die „Untreue eines Soldaten“, der ein junges Mädchen sitzen lässt, nachdem er bekam, was er wollte: „Ein schwarzbraunes Mädchen hatt´ ein´n Feldjäger lieb„.

Beim Marschieren wurden von den Soldaten nicht selten andere Lieder angehängt, vermutlich aus dem deutsch-französischen Krieg 1870/1871 stammt dieser Zusatz: „Die Artillerie rückt vor /  die Infanterie gibt Salven ab /
das ganze Jägerkorps /  rückt aus mit Sack und Pack / Kavallerie muß attackieren / die Franzosen müssen retirieren / die Franzosen müssen sehen / daß wir Deutsche Sieger sind.“

Das Lied war in Preußen vor dem ersten Weltkrieg für den Schulunterricht in der fünften Klasse vorgeschrieben und war neben vielen ähnlichen Liedern Teil der Kriegserziehung im Kaiserreich. Seit dem 1.Weltkrieg war es Bestandteil des militärischen “Abschiedszeremoniells”, eine Tradition, die auch die Bundeswehr übernommen hat.
Im ersten Weltkrieg wurde nach „Ich hatt einen Kameraden“ beim Marschieren nach jeder Strophe angehängt: „“Gloria, Gloria, Gloria Viktoria / mit Herz und Hand für´s Vaterland, für´s Vaterland / Die Vöglein im Walde, die sangen so wunder wunderschön / In der Heimat, in der Heimat, da gibt´s ein Wiedersehn” – oder mir diesem Refrain: „Wer weiß, ob wir uns wiedersehn am kühlen Strand der Spree“
Hier sind zahlreiche Nachdichtungen, Umdichtungen und Parodien von “Ich hatt einen Kameraden” versammelt.

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"Ich hatt einen Kameraden" im Archiv:

Kneip- und Kommerslieder um 1880

68 Bummellieder aus: Deutsch-Österreichisches Studentenliederbuch von 1888 – ausdrücklich mit dem Hinweis, daß wenn jemandem die vollständigen Texte nicht bekannt sind, dieser erst das “ Kneipen “ erlernen solle: Es geht ein Rundgesang Littum littum littumlei Stiebel muß sterben Zieh Schimmel zieh Er sang so schön Das klingt ja so herrlich Dem Sänger drauf ein […]

Wir sind durch Belgien gegangen

Wir sind durch Belgien ´gangen die Mühe war nicht klein wir pfiffen und wir sangen daß an die Fenster sprangen die süßen Mägdelein Antwerpen mußte fallen die Briten flogen aus da unsre Tritte schallen gar viele Blicke fallen aus Garten und aus Haus Die flandrisch-blonden Mädchen bald strömten sie herbei aus Winkeln und aus Lädchen […]

Es hat sich ein Fähnrich in ein Mädchen verliebet

Es hat sich ein Fähnrich in ein Mädchen verliebet eine hübsche, eine feine, eine Bierbrauersmamsell Das Mädchen ist mein, kann anders nicht sein denn sie hat es mir versprochen, mein eigen zu sein Wenn Vater und Mutter sagen, ich sei noch zu jung wolln wir uns doch lieben ganz heimlich und still Liebe Eltern, wollt […]

Wir liebten uns wie Brüder

Wir liebten uns wie Brüder der Tod hat uns getrennt dich riß die Kugel nieder und meine Wunde brennt Wie kämpftest du so mutig du löwenstarker held nun liegst du bleich und blutig zu Füßen mir im Feld Gott zähle dich in Gnaden zum auserwählten Heer so´n treuen Kameraden find ich wohl nimmermehr Text: Sturm […]

Die treusten Kameraden sind bei der Feuerwehr

Die treusten Kameraden sind bei der Feuerwehr wenn hoch die Flamme prasselt der Trommelruf dumpf rasselt stürmt her das kühne Heer Seh ich die Kameraden, klopft´s höher in der Brust wir ringen Seit an Seite in einem guten Streite da kämpft sich´s siegbewußt Die Flammen sind gebändigt mit alter guter Kraft wie braust´s hinan die […]

Die Artillerie rückt vor die Infanterie gibt Salven ab (1913)

In Gesellenfreud (1913) wird mit Noten eine Art Refrain angeführt, der nach jeder Strophe von  „Ich hatt einen Kameraden “ gesungen wird, und eventuell aus dem deutsch-französischen Krieg 1870/1871 stammt: Die Artillerie rückt vor die Infanterie gibt Salven ab das ganze Jägerkorps rückt aus mit Sack und Pack Kavallerie muß attackieren die Franzosen müssen retirieren […]


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