Es hat sich ein Fähnrich in ein Mädchen verliebet

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Es hat sich ein Fähnrich in ein Mädchen verliebet
eine hübsche, eine feine, eine Bierbrauersmamsell

Das Mädchen ist mein, kann anders nicht sein
denn sie hat es mir versprochen, mein eigen zu sein

Wenn Vater und Mutter sagen, ich sei noch zu jung
wolln wir uns doch lieben ganz heimlich und still

Liebe Eltern, wollt ihr wissen, was Soldaten gebührt
bei der Nacht ein schönes Mädchen, bei Tag ein blank Gewehr

Soldaten sind tapfer im Frieden und Krieg
im Kampf und in der Liebe erringen sie Sieg

Hab Schildwach gestanden bei Tag und bei Nacht
und vor manchem schönen Mädel Präsentiergriff gemacht

Die traurigen Briefe, die schicken wir nach Haus
denn die treiben unsern Eltern die Taler heraus

Und sie lassen sich erweichen und schicken uns Geld
daß allen jungen Burschen das Leben gefällt

Die Mutter näht Dukaten uns ins Kamisol
Dafür wollen wir trinken, Feinsliebchen auf dein Wohl

Text und Musik: Verfasser unbekannt

Die erste Hälfte wirkt eher wie eine Liebesklage, während ab Strophe 4 der Eindruck eines Studenten beim Militär entsteht. siehe auch: Ein schwarzbraunes Mädchen hatt ein Feldjäger lieb
bzw Ich hatt einen Kameraden

 

Liederthema: , ,
Liederzeit: vor 1900 : Zeitraum:
Geschichte dieses Liedes:

Zur Geschichte dieses Liedes:

Parodien, Versionen und Variationen: „Ich hatt einen Kameraden“ ist ein Soldatenlied, das seit den Befreiungskriegen gegen Frankreich 1813-1815 viel gesungen und nachgedichtet wurde. Im deutsch-französischen Krieg 1870/71, im Ersten Weltkrieg (1914-1918)  und in der deutschen Wehrmacht während der NS-Zeit wurde es – auch als Propagandalied – in vielen Liederbüchern gedruckt und auch auf Liedpostkarten verbreitet. Der Text stammt von Ludwig Uhland, der Original-Titel von 1809 lautet: „Der gute Kamerad“. Die Melodie, die Silcher für dieses Lied über die „Treue eines Soldaten“ wählte, ist ein von ihm umgemodeltes Volkslied im 3/4-Takt über die „Untreue eines Soldaten“, der... weiter lesen