Im tiefen Keller sitz ich hier

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Im tiefen Keller sitz ich hier

Im tiefen Keller sitz ich hier
bei einem Fass voll Reben
bin frohen Muts und lasse mir
vom allerbesten geben.
Der Küfer zieht den Heber vor
gehorsam meinem Winke
reicht mir das Glas, ich halt´s empor
und trinke, trinke, trinke

Mich plagt der Dämon, Durst genannt
doch um ihn zu verscheuchen,
nehm‘ ich mein Römerglas zur Hand
und lass mir Rheinwein reichen.
Die ganze Welt erscheint mir nun
in rosenroter Schminke,
ich könnte niemand Leides tun
und trinke, trinke, trinke.

Allein mein Durst vermehrt sich nur
bei jedem vollen Becher,
das ist die leidige Natur
der echten Rheinweinzecher;
Doch tröst ich mich, wenn ich zuletzt
vom Faß zu Boden sinke,
Ich habe keine Pflicht Verletzt
ich trinke, trinke, trinke.

Text: Karl Müchler  (vor 1802)
Musik: Ludwig Fischer (1802)

Ludwig Fischer war damals ein berühmter Bassist an der Oper in Berlin, er starb 1825. Nach Hoffmanns Volkgesangbuch 1848 Nr 97 steht das Lied zuerst gedruckt in: „Der Kritikaster und der Trinker“, Ein Wechselgesang von Karl Müchler, In Musik gesetzt von Ludwig Fischer, Berlin, F. Maurer 1802. Die Melodie ist dort durch Coloratur ausgeschmückt, wie sie Friedländers Kommersbuch wiederholt. Ich gebe sie vereinfacht nach Kommersbüchern. Nach Zeitungsberichten von 1889 soll das Lied aus Dorpat von Studenten stammen. (Böhme, 1895, in: Volkstümliche Lieder der Deutschen, Nr. 561)

u. a. in: Schlesier-Liederbuch (1936) – Wie´s klingt und singt (1936) —

Liederthema:
Liederzeit: (1802)
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