Ich ging in Vaters Gärtelein

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Ich ging in Vaters Gärtelein
ich legt mich nieder und schlief
da träumte mir ein Träumelein
als schneit es über mich

Und da ich nun erwachte
da war es aber nicht
da warns die roten Röselein
die blühten über mich

Ich brach mir eines abe
zu einem Ehrenkranz
ich nahms der Liebsten mitte
zu einem Ehrentanz

Und da der Tanz im Besten war
da war das Geigen aus
da soll ich mir nun mein Schatz heimführn
und hab kein eigen Haus

Ein Häuslein will ich mir bauen
von Rosn und Rosmarin
und will mirs wohl bestecken
mit roten Röselin

Und wenn ichs nun werd fertig han
beschert mir Gott was nein
dass ich zu Jahr kann sprechen
das Häuslein das ist mein!

Text und Musik: Verfasser unbekannt, mündlich, aus Schlesien. Am Fuß der Schneekoppe.
Deutscher Liederhort (1856, Nr. 154a „Ich ging ins Vaters Gärtelein“) und Liederhort II (1893, Nr. 454d)
auf die Melodie von  „Oh Tanneboom, du bist a edles Reis … “ ?

Geschichte dieses Liedes:


Liederthema:
Liederzeit: (1802)

"Ich ging in Vaters Gärtelein" wird auf diese Melodie gesungen:

Melodie zu Ich ging in Vaters Gärtelein

Anmerkungen zu "Ich ging in Vaters Gärtelein"

Text;

  • 3. Mitte, mhd. mite, mitte, mit. –
  • 6. Zu Jahr, mhd. ze jâre, übers Jahr.

Schlesisches Gebirgshirtenlied in schlesischer Mundart am Fuß der Schneekoppe gehört und aufgeschrieben. Zuerst gedruckt in J. E. Bister, Neue Berlinische Monatsschrift 1802, S. 280, mitgeteilt von Dr. Bothe.  Daraus bei Büsching und von der Hagen, Volkslieder 1807, S. 200 daher Wunderhorn III, S. 100. Aus der schlesischen Mundart übertragen bei Erk, Liederhort. Nr. 154B und hier. — Als Eingang des schlesischen Originals stehen 2 Strophen vom Tannenbaum „Oh Tanneboom, du bist a edles Reis … “ Damit ist auch die Melodie für das Traumlied angezeigt.

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