Ich ging in Nachbars Garten

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Ich ging in Nachbars Garten
Ich legt mich nieder und schlief
Da träumte mir ein Träumelein
Von meinem feinen Lieb

Und wie ich drauf erwachte
Da war Niemand bei mir
Als nur zwei rote Röselein
Die blühten über mir

Ich pflückte mir die Röselein
Und band mir einen Kranz
Ich steckt ihn auf mein‘ Federhut
Und ging zum Bräut’gamstanz

Und wie der Tanz am besten ging
Fiel mir ein Röslein ‚raus
Ich sollt mein Lieb heimführen
Und hatt‘ kein eignes Haus

Ich werd mir erst eins bauen
Von grüner Petersil
Mit was soll ichs denn decken?
Mit gelber Lilg‘ und Till.

Und wie ich das Häusle fertig hatt
Beschert mir Gott ein Weib
Es war ein Mädle von achtzehn Jahrn
Die sollt mein eigen sein.

Ei, warte doch, feines Mädelein
Und warte noch ein Jahr
Bis die Weid wird Kirschen tragen
Dann nehm ich dich fürwahr!

Die Weiden trag’n keine Kirschen
Sie trag’n nur grünes Laub?
Ei, wie soll ich denn dich nehmen
Wenn du kei’n andern taugst?

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 454b „Blumenhaus“)

Meinert 93 (daher Abdr. Mittler 974): „Ich gung in Nockvers Goerte“. Dazu Meinarts Nachtrag, (Hschr. der Wiener Hofbibl.) Nr. 2a, woher die 6—9 Str. entnommen ist. Die Übertragung aus dem kuhländischen Dialekt von mir. (Böhme, Liederhort II)

Geschichte dieses Liedes:


Liederthema: ,
Liederzeit: (1817)
Region:

Anmerkungen zu "Ich ging in Nachbars Garten"

3,4 Bräutigamstanz (Braitrichtanz im Original), Verlobungstanz , Lobetanz in Sachsen

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