Ich ging bei nächtlich stillem Haine (1890)

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Ich ging bei nächtlich stillem Haine

Ich ging bei nächtlich stillem Haine
und zwar bei hellem Mondenscheine
sah ich von fern ein Mädchen stehn
sie war so schöne wie eine Rebe
sie war, bei Gott, so wahr ich lebe
die Schönste, die ich je gesehn

Als sie mich sah, da wollt´ sie fliehen
sie floh, das war ja ihr Bemühen
ich faßte sie am Arm und sprach
„Schön Schätzlein, willst du mich verlassen
willst du mich lieben oder hassen?“
Die Antwort war ein leises „Ja“

Wir setzten uns ins Grüne nieder
ich küßte sie und sie mich wieder
wir kannten uns vor Liebe kaum
und so verschwand sie unter Küssen
wollt ihr es dennoch weiter wissen
Ich wachte auf, es war ein Traum

Text und Musik: Verfasser unbekannt (vor 1890)
in: Volkstümliche Lieder der Deutschen (1895) — Soldatenlieder-Sammlung (1914-1918, DVA A 107 024, über Wilhelm Scheuren , Feldartill.-Reg. 44, 1. Batt., 16. Div., 8. Armeekorps, an Prof. Kentenich , Trier ans DVA ) — Wie´s klingt und singt (1936)

Anmerkungen zu "Ich ging bei nächtlich stillem Haine"

Auch mit dem Anfange „Ich stand auf nächtlich stiller Heide“ oder „Ich schlief auf nächtlich stiller Heide“
Alle Niederschriften beharren auf g statt des richtigeren d

Zweite Strophe auch

Als sie mich sah, da wollt sie fliehen
Aber trostlos war ja ihr Bemühen
Ich fasste sie beim Kleid u. sprach
Ach Mädchen, willst du mich verlassen
Willst du mich lieben oder hassen?
Ihre Antwort war: Ich liebe dich.
( DVA A 107 024 )

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