Ich ging bei nächtlich stillem Haine

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Ich ging bei nächtlich stillem Haine

Ich ging bei nächtlich stillem Haine
und zwar bei hellem Mondenscheine
sah ich von fern ein Mädchen stehn
sie war so schöne wie eine Rebe
sie war, bei Gott, so wahr ich lebe
die Schönste, die ich je gesehn

Als sie mich sah, da wollt´ sie fliehen
sie floh, das war ja ihr Bemühen
ich faßte sie am Arm und sprach
„Schön Schätzlein, willst du mich verlassen
willst du mich lieben oder hassen?“
Die Antwort war ein leises „Ja“

Wir setzten uns ins Grüne nieder
ich küßte sie und sie mich wieder
wir kannten uns vor Liebe kaum
und so verschwand sie unter Küssen
wollt ihr es dennoch weiter wissen
Ich wachte auf, es war ein Traum

Text und Musik: Verfasser unbekannt (vor 1890)
in: Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 650) und Volkstümliche Lieder der Deutschen (1895) –

Zweite Melodie zu "Ich ging bei nächtlich stillem Haine"

Zweite Melodie zu Ich ging bei nächtlich stillem Haine
Die Noten leicht anders im Deutschen Liederhort II

Abweichungen im Text

Auch mit dem Anfange

  • „Ich stand auf nächtlich stiller Heide“ oder
  • „Ich schlief auf nächtlich stiller Heide“ oder
  • „Ich ging bei nächtlich stillem Haine“ oder
  • Ich ging einmal bei Mondenscheine

Zweite Strophe auch

Als sie mich sah, da wollt sie fliehen
Aber trostlos war ja ihr Bemühen
Ich fasste sie beim Kleid u. sprach
Ach Mädchen, willst du mich verlassen
Willst du mich lieben oder hassen?
Ihre Antwort war: Ich liebe dich.
( DVA A 107 024 )

Anmerkungen zu "Ich ging bei nächtlich stillem Haine"

Vielfach mündlich aus Hessen-Nassau (1880 – 1890 und später) durch Herrn E. Wolfram in Dillenburg.
Ähnelt der Melodie von „Ist denn lieben ein Verbrechen …“

Alle Niederschriften beharren auf g statt des richtigeren d

 

"Ich ging bei nächtlich stillem Haine" in diesen Liederbüchern

auch in – Soldatenlieder-Sammlung (1914-1918, DVA A 107 024, über Wilhelm Scheuren , Feldartill.-Reg. 44, 1. Batt., 16. Div., 8. Armeekorps, an Prof. Kentenich , Trier ans DVA ) — Wie´s klingt und singt (1936)

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