Gefangen in maurischer Wüste (Romanze)

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Gefangen in maurischer Wüste
lag ein Krieger, Wehmut im Blick
Die Vöglein schmerzlich er begrüßte
Sie kehrten aufs Neue zurück

Teure Schwalben aus Frankreichs Gauen
Zogt ihr daher zur Wüste Sand
Ihr durftet jene Fluren schauen
Bringt ihr mir nichts aus meinem Vaterland

Schon dreimal ist’s Frühling geworden
Und ihr habt mein Fleh’n nicht erhört
Aus meiner Heimat süßen Orten
Ohne Gruß seid ihr wiedergekehrt

Jenes Tal, jene blauen Höhen
Wo meiner Kindheit Wiege stand
Ihr habt o Vöglein es gesehen
Bringt ihr mir nichts aus meinem Vaterland

Ach dort an den blühenden Rainen
Wo die schönsten Tage mir floh’n
Da saht vielleicht ein Weib ihr weinen
Um ihren verlorenen Sohn

Durch der Väter verlassene Hallen
Wankt einsam sie zum Grabesrand
Ihr saht der Mutter Tränen fallen
bringt ihr mir nichts aus meinem Vaterland

Text: Nachdichtung eines unbekannten Verfassers  auf „Les Hirondelles“ von Béranger
abgedruckt in „Fürther Tagblatt“ (1857)

Liederthema:
Liederzeit: vor 1857 : Zeitraum:
Geschichte dieses Liedes:

Zur Geschichte dieses Liedes:

Parodien, Versionen und Variationen:

„Gefangen in maurischer Wüste“ ist ein bis heute in Deutschland viel gesungener Schlager, dessen Text auf dem französischen Chanson „Les Hirondelles“ von Béranger beruht, das erstmals 1830 als Gedicht in deutscher Übersetzung erschien: „Die Schwalben“.

Bereits 1854 steht in „Das singende Deutschland“ (Album von 284 der ausgewähltesten Lieder und Romanzen mit Begleitung des Pianoforte, siebente Auflage. Druck und Verlag von Philipp Reclam junior) als Nr. 104 mit der Musik von Panseron“  „Gefangen in maurischer Wüste“ als Lied. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde das Chanson also auch auf Deutsch gesungen,

In Ernst Challier’s „Grosser Lieder Katalog“ (Dritter Nachtrag, 1890, S. 1714) –  enthaltend die neuen Erscheinungen von October 1888 bis August 1890 sowie eine Anzahl älterer bisher noch nicht aufgenommener Lieder – steht „Gefangen in maurischer Wüste“ mit der Melodie von Panseron (verstorben 1859) erschienen bei Klemm in Chemnitz.  1909 stand es in „Volkslieder aus der Rheinpfalz“.)

Carl Schnabel aus Breslau (1809-1881, Opus 89) „Zwei Lieder für eine Tenor- oder Sopran Stimme mit Begleitung des Pianoforte“. Das erste: „Der Gefangene: Gefangen in maurischer Wüste“

Anmerkungen zu "Gefangen in maurischer Wüste (Romanze)"

Deutscher Text Abdruck Fürther Tagblatt 1957