Gefangen in maurischer Wüste (Romanze)

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Gefangen in maurischer Wüste
lag ein Krieger, Wehmut im Blick
Die Vöglein schmerzlich er begrüßte
Sie kehrten aufs Neue zurück

Teure Schwalben aus Frankreichs Gauen
Zogt ihr daher zur Wüste Sand
Ihr durftet jene Fluren schauen
Bringt ihr mir nichts aus meinem Vaterland

Schon dreimal ist’s Frühling geworden
Und ihr habt mein Fleh’n nicht erhört
Aus meiner Heimat süßen Orten
Ohne Gruß seid ihr wiedergekehrt

Jenes Tal, jene blauen Höhen
Wo meiner Kindheit Wiege stand
Ihr habt o Vöglein es gesehen
Bringt ihr mir nichts aus meinem Vaterland

Ach dort an den blühenden Rainen
Wo die schönsten Tage mir floh’n
Da saht vielleicht ein Weib ihr weinen
Um ihren verlorenen Sohn

Durch der Väter verlassene Hallen
Wankt einsam sie zum Grabesrand
Ihr saht der Mutter Tränen fallen
bringt ihr mir nichts aus meinem Vaterland

Text: Nachdichtung eines unbekannten Verfassers  auf „Les Hirondelles“ von Béranger
abgedruckt in „Fürther Tagblatt“ (1857)

Anmerkungen zu "Gefangen in maurischer Wüste (Romanze)"

Deutscher Text Abdruck Fürther Tagblatt 1957

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