Frau du sollst nach Hause kommen

Der Weltlauf (Weibersinn)

Volkslieder » Frauenlieder

Frau du sollst nach Hause kommen

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Frau, du sollst nach Hause komm’n
denn dein Mann ist krank
„Ist er krank, so sei er krank
legt ihn auf die Ofenbank!
und ich komm nicht nach Haus

Frau, du sollst nach Hause komm’n
Denn dein Mann ist schlecht
Ist er schlecht, so sei er schlecht,
Ei so ist mirs eben recht
Und ich komm nicht nach Haus

Frau, du sollst nach Hause komm’n
Denn dem Mann ist tot
Ist er tot, so ist er tot
Bin ich doch aus aller Not
und ich komm nicht nach Haus

Frau, du sollst nach Hause komm’n
D‘ Träger sind in deim Haus
Sind die Träger in meinem Haus
Ei so tragt den Schelm hinaus
Und ich komm nicht nach Haus

Frau, da sollst nach Hause komm’n
d‘ Schüler sind vor der Tür
Sind die Schüler vor der Tür
Ei so gebt ihn ihr Gebühr!
Und ich komm nicht nach Haus

Frau, du sollst nach Hause komm’n
sie tragen ihn schon fort
Tragens ihn fort, so tragens ihn fort
Kommt er an den rechten Ort
Und ich komm nicht nach Haus

Frau, du sollst nach Hause komm’n
Sie graben ihn schon ein
Grabens ihn ein, so grabens ihn ein
Komm ich doch von meiner Pein
Und ich komm nicht nach Haus

Frau, du sollst nach Hause komm’n
D‘ Freier sind im Haus
Sind die Freier in dem Haus,
Ei so laßt mir Keinen raus!
Und ich komm gleich nach Haus

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort II (1897, Nr. 910a)
Vielfach mündlich, aus dem Brandenburgischen (Neustadt-Eberswalde, Angermünde, Neustadt a. d. Dosse), aus dem Hessen-Darmstädtischen (Dreieichenhain, Offenthal), aus Sachsen-Meiningen, Melodie aus dem Brandenburgischen (Herpf)

Daher Liederhort Nr. 162 und Jungbrunnen Nr. 157 — Ditfurth II, Nr. 201 (M. 260) : „Bäurin, du sollst heima gehe“..  Aus Hessen Mittler 259. — Vergl. Erk, Volkslieder I, 5, Nr. 60. Bei Büsching-Hagen Nr. 15, S. 38, Melodienheft S. 4 kommt das Lied so vor, daß Alles was der Mann hier spricht, von der Frau gesprochen wird. Die Schlußstrophe ist jedenfalls dort unecht. Anfang des Textes: „Ach Mann, du sollst nach Hause komm’n, deine Frau ist krank …  Vergl. Mone, Anzeiger 1835, 4. Jahrgang, Sp. 337.

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