Fern bei Sedan auf den Höhen

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Fern bei Sedan auf den Höhen,
Steht ein Krieger auf der Wacht,
Neben seinem Kameraden,
Den die Kugel tödlich traf.

Leise flüstern seine Lippen,
Du, mein Freund kehrst wieder heim,
Siehst die teure Heimat wieder,
Kehrst in unsrem Dörflein ein.

In dem Dörflein, in der Mitte,
Steht ein kleines weißes Haus,
Rings umrahmt von Rosen, Nelken,
Drinnen wohnet meine Braut.

Nimm den Ring von meinem Finger,
Nimm den Ring von meiner Hand,
Drück auf ihre weiße Stirne,
Einen Kuß als Abschiedspfand.

Der Soldat, der hat’s gesprochen,
Der Soldat, der hat’s gesagt,
Seine Augen sind gebrochen,
Dort bei Sedan ist sein Grab.

Text: Verfasser unbekannt
Musik: auf die Melodie des russischen Liedes Stenka Rasin

Dieses Lied im 4/4-Takt unterscheidet sich deutlich von der Soldatenklage „Bei Sedan auf den Höhen„, die dem Gefreiten Kurt Moser aus Dresden zugeschrieben wird, und ist womöglich erst weit nach dem 1. Weltkrieg entstanden. Es steht weder im Liederhort (1893), das zahlreiche Lieder aus dem Deutsch-Französischen Krieg enthält noch in der Weltkriegs-Liedersammlung von 1926, die zahlreiche Lieder aus dem Ersten Weltkrieg enthält. Eine Liste der Lieder, die in Schulen zu singen sind, enthält zwar „Bei Sedan auf den Höhen“, jedoch nicht obiges Lied. Auch bei Sedanfeiern im Kaiserreich wird es nicht gesungen. Vergleiche auch das Lied, das im Konzentrationslager Neuengamme auf diese Melodie entstanden ist.

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema:
Liederzeit: (1930)
Schlagwort: |
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"Fern bei Sedan auf den Höhen" in diesen Liederbüchern

Geht zurück auf “ Bei Sedan wohl auf den Höhen „. Den Text dieses Liedes hatte ein Gefreiter namens Kurt Moser vom Dresdener Schützen Regiment am 29. Oktober 1870 in der Kirche von Villepinte (Frankreich) nach dem Tiroler Gedicht “ Horch Marthe, draussen pocht es (Hans Euler) “  getextet

Dieses Lied wurde bald ein Volkslied, wobei Verse und Motive anderer Soldatenlieder zunehmend Eingang fanden. Im ersten Weltkrieg wurde das Lied besonders populär, auch die französischen Truppen sollen es mit eigenem Text gesungen haben (und heute noch singen) – selbst in der Fremdenlegion wäre es beliebt, heisst es im Liederbuch des bayerischen Soldatenbundes von 2002, aus dem ich diese Angaben entnommen habe.