Ein Schäfermädchen weidete (Kuckuck kuckuck)

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Ein Schäfermädchen weidete (Kuckuck kuckuck)

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Ein Schäfermädchen weidete
zwei Lämmchen an der Hand
auf einer Flur, wo fetter Klee
und Gänseblümchen stand.
Da hörte sie wohl in dem Hain
den Vogel Kuckuck lustig schrein:
Kuckuck, kuckuck
kuckuck, kuckuck, kuckuck.

Sie setzte sich ins weiche Gras
und sprach gedankenvoll:
Ich will doch einmal sehn zum Spass,
wie lang ich leben soll!
Wohl bis zu hundert zählte sie,
indes der Kuckuck lustig schrie:
Kuckuck, kuckuck
kuckuck, kuckuck, kuckuck.

Da ward das Schäfermädchen toll,
sprang auf aus grünem Gras,
nahm ihren Stab und lief voll Groll
hin, wo der Kuckuck saß.
Der Kuckuck merkt’s und zog zum Glück
sich schreiend in den Wald zurück:
Kuckuck, kuckuck
kuckuck, kuckuck, kuckuck.

Sie jagt ihn immer vor sich her
tief in den Wald hinein
doch wenn sie rückwärts kehrt, kam er
mit Schreien hinterdrein
Sie jagt ihn und verfolgt ihn weit
indes der Kuckuck immer schreit
Kuckuck, kuckuck
kuckuck, kuckuck, kuckuck.

Sie lief weit in den Wald hinein,
da ward sie müd und sprach:
Ja, meinetwegen magst du schrei’n!
ich geh nicht weiter nach.
Sie will zurück, da springt hervor
ihr Schäfer und ruft ihr ins Ohr:
Kuckuck, kuckuck
kuckuck, kuckuck, kuckuck.

Text und Musik: Verfasser von Anfang des 19. Jahrhunderts

Anmerkungen zu "Ein Schäfermädchen weidete (Kuckuck kuckuck)"

Gedicht nicht von Gleim, dem es ohne Grund Fink (Hausschatz, Nr 17) zuschreibt, sondern der Verfasser ist unbekannt. Das Lied stammt aus dem Anfange unsers Jahrhunderts. (also um 1800). Der Text überall etwas abweichend nach Volksliederart. Hier die kürzere und verbreitetste Lesart nach Fink, Härtel Liederlexikon und in vielen handschriftlichen Liederheften vom Rhein, aus dem Elsaß und dem Nassauischen. Eine überflüssige Strophe zwischen 2 und 3 hat das singende Volk eingeschoben, die nach dem „Liederbuch des deutschen Volks (1843)“ so lautet:

Drauf spottete das lose Kind
dem Vogel zornig nach
Der Vogel hört den Schall und schwingt
sich näher her und ach
Je mehr das Mädchen äffte nach

eine Variante der letzten beiden Strophen in „Wie´s klingt und singt„:

Der Vogel eilt mit vielem Schrein
noch tiefer in den Wald hinein
Ich laufe dir nicht lange nach
ich bin so müd´, so matt
ich will nunmehr dein Narr nicht sein
ich bin´s schon lange satt
Kuckuck, kuckuck
kuckuck, kuckuck, kuckuck.

je mehr der Bogel schrie und sprach
Kuckuck…

"Ein Schäfermädchen weidete (Kuckuck kuckuck)" in diesen Liederbüchern

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