Ein Reislein am Hute, den Stab in der Hand
zieht rastlos der Wandrer von Lande zu Land
betritt manche Straßen und sieht manchen Ort
darf nirgends verweilen, es rufet ihn fort
Viel Rosen sieht er am Wege blühn
Muss eilenden Schrittes vorüber fliehn
Sie duften so lieblich, sie nicken ihm zu
Er darf sie nicht brechen, es lässt ihm nicht Ruh
Es winket ein Häuslein am Bergesgesenk
Umgürtet mit üppigem Traubengehäng
Da wollt’s ihm gefallen, da sehnt er sich hin
Da kann er nicht weilen, muss weiter ziehn
Ein liebliches Mädchen redet ihn an
Seid freundlich willkommen wandernder Mann
Er sieht ihr in’s Auge, sie drückt ihm die Hand
Doch fort muss er wieder in anderes Land
So bietet das Leben ihm manchen Genuss
Das Schicksal bestraft ihm den zögernden Fuß
Und steht er am Grabe und schauet zurück
Nicht hat er genossen das irdische Glück
Text und Musik: Konrad Rotter (1825)
in Volkstümliche Lieder der Deutschen (1895)