Dem Morgenrot entgegen (Die Junge Garde)

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Dem Morgenrot entgegen
ihr Kampfgenossen all
Bald siegt ihr allerwegen
bald weicht der Feinde Wall
Mit Macht heran und haltet Schritt
Arbeiterjugend, will sie mit
Wir sind die junge Garde
des Proletariats!

Wir haben selbst erfahren
der Arbeit Frongewalt
in düstren Kinderjahren
und wurden früh schon alt.
Sie hat an unserm Fuß geklirrt,
die Kette, die nur schwerer wird.
Wach auf, du junge Garde
des Proletariats!

Die Arbeit kann uns lehren,
sie lehrte uns die Kraft,
den Reichtum zu vermehren,
der unsre Armut schafft.
Nun wird die Kraft, von uns erkannt,
die starke Waffe unsrer Hand!
Wir sind die junge Garde
des Proletariats!

Wir reichen euch die Hände,
Genossen all, zum Bund!
Des Kampfes sei kein Ende,
eh‘ nicht im weiten Rund
der Arbeit freies Volk gesiegt
und jeder Feind am Boden liegt.
Vorwärts, du junge Garde
des Proletariats!

Text: Heinrich Eildermann – 1907, Lehrer in Bremen
Musik: “ Zu Mantua in Banden
zur Entstehung des Liedes „Dem Morgenrot entgegen“

Liederthema: ,
Liederzeit: vor 1907 : Zeitraum:
Orte:
Geschichte dieses Liedes:

Zur Geschichte dieses Liedes:

Parodien, Versionen und Variationen: „Zu Mantua in Banden“ ist das populärste Lied auf der Tiroler Freiheitshelden Andreas Hofer. In den Befreiungskriegen von 1809 führte er die Tiroler drei Mal siegreich zum Kampf gegen die Truppen Napoleons. Mit dem Aufstieg der Deutschnationalen in Tirol wurde er zu einer Figur des nationalen Widerstandes verklärt. Deshalb finden sich im Andreas-Hofer-Lied „Zu Mantua in Banden“  auch die Worte „ganz Deutschland lag in Schmach und Schmerz“, als der Tod Hofers besungen wird. Von den Nationalsozialisten wurde Andreas Hofer wiederum als Verteidiger des Deutschtums gegen Italien und Frankreich ins Spiel gebracht, Bozen... weiter lesen

Anmerkungen zu "Dem Morgenrot entgegen (Die Junge Garde)"

Mit dem Text des Bremer Lehrers und SPD-Mitglieds Heinrich Eildermann und der Melodie des Liedes „Zu Mantua in Banden“ wurde dieses Lied „das früheste Lied der organisierten deutschen Arbeiterjugend“ ( Inge Lammel ). Heinrich Eildermann, der das Lied aus Angst vor Berufsverbot  unter dem Pseudonym Heinrich Arnulf bzw Arnolf geschrieben hatte, widmete das Lied vermutlich Karl Liebknecht, damals ebenfalls Sozialdemokrat, der im gleichen Jahr für sein antimilitaristisches Wirken zu eineinhalb Jahren Festungshaft verurteilt worden war.

Das Lied verbreitete sich vor allem nach dem ersten Weltkrieg rasch auch außerhalb Deutschlands und wurde beispielsweise in einer überarbeiteten Fassung eines der ersten Lieder des Komsomol. Publiziert wurde das Lied erstmals 1910 in der Zeitschrift „Arbeiter-Jugend“, wobei Eildermann das Pseudonym Heinrich Arnulf benutzte. (Angaben nach “ Und weil der Mensch ein Mensch ist „)

"Dem Morgenrot entgegen (Die Junge Garde)" in diesen Liederbüchern

u.a. in: Kampfgesang (1921) — Mit Lenin. 50 Kampflieder (1928/29) — Liederbuch NVA (1957) —  Lieder der Arbeiterbewegung (1967) —