Ach Elslein liebes Elselein (Nicolao Rosthio)

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Ach Elslein liebes Elselein
Wie gern wär ich bei dir!
So sind zwei tiefe Wasser
Wohl zwischen dir und mir

„Willst du dich abwenden drum
weil der Wasser sind zwei?
Da doch sonst mancher junge Knab
leidet noch so mancherlei?“

„Ach, Lieb, das schreckt mich allein
daß ihr fahren kann
und wenn dann bräch das Schiffelein
müßt ich bald untergahn.“

„Ach, nein, das soll geschehen nicht
ich selbst hilf rudern dir
Damit du nur in kurzer Zeit
Herzlieb, herkommst zu mir.“

„Weil du´s, schöns Lieb, denn meinst so gut
will ich´s gleich wagen frei
Allein das bitt ich fleissig dich
steh mir ohn Falschheit bei!“

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in: Newer Lieblicher Galliardt von Nicolao Rosthio (Erfurt 1593) Nr. XVI –
Angaben nach Hoffmann von Fallersleben : Die Deutschen Gesellschaftslieder , 1843
Deutscher Liederhort (1893, Nr. 452a „Der vorsichtige Liebhaber“)

Liederthema:
Liederzeit: vor 1593 : Zeitraum:
Orte:
Geschichte dieses Liedes:

Zur Geschichte dieses Liedes:

Parodien, Versionen und Variationen: Etwa seit 1500 überliefertes Lied. Bemerkenswert: Im Jahre 1504 führte Else Welser als Soldat verkleidet die kupfälzischen Truppen des Nachts über den Rhein und ermöglichte so die Befreiung ihres belagerten Geburtsortes Kaub. Dort wird sie heute noch als Elslein von Kaub gefeiert. Ob diese Geschichte etwas mit dem Elslein-Lied  zu tun hat? Die älteste musikalische Quelle für die Elslein-Überlieferung im deutschsprachigen Raum ist das um 1480 in Schlesien angelegte “Glogauer Liederbuch”, in dem ein dreistimmiger Satz enthalten ist, dessen cantus firmus mit “Elzeleyn, lipstis elzelyn” bezeichnet ist. Diese Melodie korrespondiert einer... weiter lesen

Anmerkungen zu "Ach Elslein liebes Elselein (Nicolao Rosthio)"

Aus: XXX Newer Lieblicher Galliardt von Nicolas Rosthio, I. Th., Erfurt 1593. Nr. 16. Daher Hoffmann, Gesellschaftslieder, Nr. 16, mit der Überschrift: .Liebe weiß Rat“; Uhland, Nr. 46, nach der Ausgabe von 1597. Gleichlautend in H. L. Haßler’s Lustgarten 1601; daher bei Eschenburg, Denkmäler altdeutscher Dichtkunst, 1799, S. 461 und wiederholt Erlach 1, 211. — Das Liedchen ist eine scherzhafte Travestie des tragischen Liedes gleichen Anfangs von zwei Königskindern (s. oben unter Balladen).