Ach Elslein du liebstes Elselein (Brieg, 1600)

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Ach, Elslein, du liebstes Elselein
du holder Bule mein!
Dein Äuglein thun mich kränken
denn ich bin dein, es kann nit anders gsein
ein schönes Kränzelein
aus Lieb tu ich dir schenken
Ich bin dir hold
du feines Elselein
für rothes Gold
soll mir kein Liebre sein
freundlich sprichst du mir zu
laß uns in guter Ruh
beisammen bleiben

Wer wollt dir nicht in Ehren hold gesein
du feines Elselein
Wem wollst du nicht gefallen?
Lieb hab ich dich, sag ich ohn falschen Schein
du zartes Elselein
Für andern Jungfraun allen
mein Augentrost, meins Herzen höchste Freud
mit Herzenlust, vertreibst du mir viel Zeit
Freundlich du mich anblick
mein junges Herz erquick
zu dieser Stunden

Handschriftlich aus dem Ende des 16. Jahrhunderts in der Gymnasial-Bibliothek zu Brieg, nach Mitteilung von Ludwig Erk  – nach Hoffmann von Fallersleben , Die deutschen Gesellschaftslieder , 1843

 

Liederthema:
Liederzeit: vor 1590 : Zeitraum:
Geschichte dieses Liedes:

Zur Geschichte dieses Liedes:

Parodien, Versionen und Variationen: Etwa seit 1500 überliefertes Lied. Bemerkenswert: Im Jahre 1504 führte Else Welser als Soldat verkleidet die kupfälzischen Truppen des Nachts über den Rhein und ermöglichte so die Befreiung ihres belagerten Geburtsortes Kaub. Dort wird sie heute noch als Elslein von Kaub gefeiert. Ob diese Geschichte etwas mit dem Elslein-Lied  zu tun hat? Die älteste musikalische Quelle für die Elslein-Überlieferung im deutschsprachigen Raum ist das um 1480 in Schlesien angelegte “Glogauer Liederbuch”, in dem ein dreistimmiger Satz enthalten ist, dessen cantus firmus mit “Elzeleyn, lipstis elzelyn” bezeichnet ist. Diese Melodie korrespondiert einer... weiter lesen