Im Schatten des Waldes (Zigeunerleben)

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Im Schatten des Waldes, im Buchengezweig
Da regt sich’s und raschelt und flüstert zugleich
Es flackern die Flammen, es gaukelt der Schein
Um bunte Gestalten, um Laub und Gestein

Das ist der Zigeuner bewegliche Schar
Mit blitzendem Aug’ und mit wallendem Haar
Gesäugt an des Niles geheiligter Flut
Gebräunt von Hispaniens südlicher Glut

Ums lodernde Feuer in schwellendem Grün
Da lagern die Männer verwildert und kühn
Da kauern die Weiber und rüsten das Mahl
Und füllen geschäftig den alten Pokal

Und Sagen und Lieder ertönen im Rund
Wie Spaniens Gärten so blühend und bunt
Und magische Sprüche für Not und Gefahr
Verkündet die Alte der horchenden Schar

Schwarzäugige Mädchen beginnen den Tanz
Da sprühen die Fackeln im rötlichen Glanz
Heiß lockt die Gitarre, die Cymbel klingt
Wie wilder und wilder der Reigen sich schlingt

Dann ruhn sie ermüdet von nächtlichen Reihn
Es rauschen die Buchen in Schlummer sie ein
Und die aus der glücklichen Heimat verbannt
Sie schauen im Traume das glückliche Land

Doch wie nun im Osten der Morgen erwacht
Verlöschen die schönen Gebilde der Nacht
Es scharret das Maultier bei Tagesbeginn
Fort ziehn die Gestalten, wer sagt dir wohin?

Text: Emanuel Geibel (1840)
Musik: Robert Schumann (1840)

Geschichte dieses Liedes:
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Liederzeit: (1840)