Wohlauf wir wöllens wecken

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Wohlauf wir wöllens wecken

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Wohlauf wir wöllens wecken
wenn es ist an der Zeit
dass wir sie nit erschrecken
wo Lieb und Lieb beinander leit

Ich hört ein Wasser fließen
Ich meint es war der Rhein
Zwei braune Äuglein schießen
Der Lieben zum Fenster ein.

Ich brach drei Lilgenblättlein
Ich warf ihrs zum Fenster ein:
„Schlafest du oder wachest,
Steh auf, feins Lieb, und laß mich ein!“

Wie war ihm, wenn ich schliefe
Und dich nicht herein ließe?
Ich bin in Liebes Arme,
Ich kann und mag nit aufestehn!“‚

Liegst du in Liebes Arme
An Liebes Ärmelein,
So muß es Gott erbarmen,
Daß ichs nit selbs soll sein!“

Text und Musik: Verfasser unbekannt, um 1530
in anderen Fassungen auch mit 13 Strophen
Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 803 „Täuschung“)

Liederthema:
Liederzeit: (1534)


Anmerkungen zu "Wohlauf wir wöllens wecken"

Fl. Bl. 8«. 4 Bl. „Zwev newe Lieder, das Erst, Wol auff. wir wöllens wecken (Nürnb.) Gedruckt durch Hans Guldenmund.“ (13 Strophen, s. Altd. Liederb. 162.) Ebenso fl. Bl. Nürnberg, Kunegund Hergotin (um 1530). Wieder fl. Bl. Val. Newber. Uhland 85 nur 5 Str., wie hier; die übrigen mußten fortbleiben. — Melodie bei I. Ott 1534, Nr. 92 mit Tonsatz von L. Senfl. Gleichlautend ein Fragment in Schmeltzel’s Ouodl. 1544, Nr. 8.

Geistliche Umbildung: „Wollts auf, wir wollen ins Lesen.“ Corner’s Gsgb. 1625, Nr. 368. (s. WK. 830 (die geistliche Weinbeere). Auch Altd. Ldb. 587 und Baumker I, 311.

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